Bitteres Ende! FC St. Pauli belohnt sich nicht für bärenstarke Leistung

Stuttgart/Hamburg - Ist das bitter! Der FC St. Pauli hielt lange Zeit gegen den großen Aufstiegsfavoriten VfB Stuttgart mit, doch am Ende verloren die Kiezkicker vor mehr als 50.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena mit 1:2. Mats Möller-Daehli brachte die Hamburger in der ersten Halbzeit in Führung, der VfB schlug durch Marc-Oliver Kempf und Nicolas Gonzalez zurück.

Mats Möller-Daehli jubelt über sein erstes Saisontor.
Mats Möller-Daehli jubelt über sein erstes Saisontor.  © Daniel Maurer/dpa

Nach dem dramatischen Sieg im DFB-Pokal beim VfB Lübeck veränderte St.-Pauli-Trainer Jos Luhukay seine Startelf auf vier Positionen.

Niklas Hoffmann, Florian Carstens, Finn-Ole Becker und Kevin Lankford starteten gegen den Top-Aufstiegsfavoriten.

Für Marc Hornschuh, Waldemar Sobota, Christopher Buchtmann und Viktor Gyökeres blieb nur der Platz auf der Bank.

Und was sie sahen, war in der Anfangsviertelstunde gar nicht so schlecht. Die Kiezkicker standen tief und machten geschickt die Räume eng. Über die schnellen Außenbahnen Christian Conteh und Lankford setzten sie Nadelstiche, doch der finale Pass fand noch nicht den richtigen Abnehmer.

Das sollte sich in der 18. Minute ändern. Conteh machte mit einer einfachen Körpertäuschung drei Stuttgarter nass, zog in den Strafraum und legte auf Mats Möller-Daehli ab.

Mit viel Übersicht visierte der quirlige Norweger die lange Ecke an und erzielte mit einem Flachschuss aus 16 Metern die Gäste-Führung. Was für eine Genugtuung für Trainer Luhukay und seine Mannen!

Mit der Führung im Rücken verstand es St. Pauli die Schwaben geschickt vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Chancen der Schwaben blieben Mangelware.

Fehlende Präzision bei Kontersituationen

Ryo Miyaichi versucht Stuttgarts Gonzalo Castro den Ball abzunehmen.
Ryo Miyaichi versucht Stuttgarts Gonzalo Castro den Ball abzunehmen.  © Daniel Maurer/dpa

Mit etwas mehr Konzentration und Genauigkeit wäre für die Gäste aus dem Norden sogar noch mehr möglich gewesen. Dank einer riesigen Mannschaftsleistung und einem überragenden Torschützen Möller-Daehli ging es die Halbzeit. Der Plan von Jos Luhukay und seinem Team ging voll auf.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bot sich den Zuschauern ein ähnliches Bild. St. Pauli konzentrierte sich auf die Defensive und versuchte über die Konter Nadelstiche zu setzen.

Doch wie schon in Durchgang eins mangelte es den Kiezkickern am Ende an der Präzision.

Dem VfB fiel bis zur 60. Minute weiterhin gegen die dicht gestaffelte St.-Pauli-Abwehr nichts ein. Und so musste den Schwaben eine Standardsituation helfen.

Gonzalo Castro brachte den Ball flach nach innen und VfB-Kapitän Marc-Oliver Kempf schob den Ball aus 13 Metern unbedrängt ins lange Eck. Die Schwaben waren wieder im Spiel.

St.-Pauli-Trainer Luhukay reagierte in den folgenden Minuten doppelt. Erst brachte der Niederländer Gyökeres für Dimitrios Diamantakos, kurze Zeit später folgte Buchtmann für Torschütze Möller-Daehli.

Nackenschlag für St. Pauli kurz vor Abpfiff

Am Ende trieb Jos Luhukay seine Mannschaft noch einmal an.
Am Ende trieb Jos Luhukay seine Mannschaft noch einmal an.  © Daniel Maurer/dpa

Am Spielgeschehen änderte der Ausgleich nichts. Die Schwaben drängten weiter nach vorne, St. Pauli stand defensiv und ließ die Hausherren kommen.

Glück hatten die Kiezkicker in der 70. Minute bei einem der wenigen eigenen Vorstöße. Nach einem Freistoß schickte der VFB Angreifer Nicolas Gonzalez, doch der Argentinier traf erst den Ball nicht richtig, dann konnte Kapitän Daniel Buballa dazwischen grätschen.

Die Zeit spielte eigentlich für die Kiezkicker mit. Noch hielt die Defensive dem Stuttgarter Druck Stand.

Doch dann kam die 90. Minute und alles war dahin. VfB-Linksverteidiger Borna Sosa flankte den Ball scharf vor das St.-Pauli-Gehäuse und der eingewechselte Gonzalez vollstreckte eiskalt.

Der Jubel kannte bei den Schwaben keine Grenzen, bei den Kiezkickern gingen die Köpfe hingegen nach unten.

Nach dieser couragierten Leistung hatten sie das nicht verdient. Zumindest dieser eine Zähler war doch drin. Am Ende hatte Buchtmann noch einmal die Chance, sein Schuss war für Keeper Gregor Kobel jedoch keine Gefahr.

Und so verließen die Kiezkicker nach starken Minuten den Platz als Verlierer. Dadurch blieb eine Negativ-Serie der Hamburger gegen den VfB Stuttgart bestehen. Seit 23 Jahren konnten sie nicht mehr im Ländle gewinnen.

Für den FC St. Pauli geht es erst in acht Tagen weiter. Dann kommt Holstein Kiel zum Derby ans Millerntor.

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