Die Geschäfte sind weg: So ist es jetzt im Stuttgarter Hauptbahnhof

Stuttgart - Schluss, Aus, vorbei: Seit Donnerstag sind die Geschäfte im Stuttgarter Hauptbahnhof Geschichte.

Die Möbel eines Imbiss-Restaurants liegen auf dem Boden, die Bäckerei-Filiale dahinter ist von einem grauem Sichtschutz umgeben.
Die Möbel eines Imbiss-Restaurants liegen auf dem Boden, die Bäckerei-Filiale dahinter ist von einem grauem Sichtschutz umgeben.  © privat

Schon gleich beim Hereinkommen wird das schmerzlich bewusst: Beim gewohnten Gang zum Drogerieladen fängt eine Bahn-Mitarbeiterin den Autor dieser Zeilen ab: "Die Filiale ist leider geschlossen."

Ein Blick rüber zum hell erleuchteten Laden bestätigt dies: Die Mitarbeiter packen gerade hinter verschlossenen Türen alles zusammen. "Sie müssen jetzt rüber in die Filiale in der Königstraße", weiß die freundliche Bahn-Mitarbeiterin im roten Pulli zu berichten.

Sie und ihre Kollegen sind sogenannte "Baustellenbuddys". Mehrere dieser "Buddys" mit ihren knallroten Pullovern stehen im Bahnhofsgebäude verteilt.

Noch bis zum kommenden Sonntag, 18. August, informieren sie Bahnreisende über die Veränderungen im historischen Bonatzbau, helfen bei Fragen und verteilen Faltpläne mit Infos.

Handwerker statt Kundenschlangen

Noch fix ein Buch kaufen, damit man auf der Fahrt etwas lesen kann? Das war hier einmal.
Noch fix ein Buch kaufen, damit man auf der Fahrt etwas lesen kann? Das war hier einmal.  © privat

Ein paar Treppenstufen hinauf zeigt sich sofort: Die große Halle wirkt anders als sonst.

Wo bislang Kunden anstanden, um sich mit Gebäck, Döner oder auch Büchern zu versorgen, herrscht am Donnerstag eher nüchterne und karge Atmosphäre. Emsige Handwerker sind damit beschäftigt, die Läden zurück zu bauen.

Der Blick ist nun frei auf nackten Putz und aus der Wand hängende Kabel. Sogar Möbel liegen auf dem Boden des Bonatzbaus. Bahnreisende huschen durch die Halle. Manche bleiben stehen, gucken neugierig in die leeren Schaufenster und dunklen Shops.

"Ab dem 15. August steht das Gebäude dann in großen Teilen nur noch als Aufenthaltsfläche zur Verfügung", teilte die Deutsche Bahn vor ein paar Tagen mit.

Und an diesem Tag ist klar: Ohne Geschäfte, ohne Kundenschlangen und ohne die Gerüche von verschiedenen Imbissen in der Luft ist die große Halle exakt das: eine Aufenthaltsfläche. Und irgendwie kühl. So wird es die nächsten Jahre bleiben.

Anfang 2020 beginnt der Umbau des Bonatzbaus. Dort soll eine lichtdurchflutete Ebene mit rund 50 Läden, einem Hotel und Serviceangeboten der Bahn entstehen. Die Arbeiten kosten rund 200 Millionen. Im Jahr 2025 soll dann alles fertig sein.

Und dann begrüßt Reisende vielleicht auch wieder der leckere Duft verschiedener Imbisse...

So soll es künftig im Bonatzbau aussehen.
So soll es künftig im Bonatzbau aussehen.  © Visualisierung: plan B

Titelfoto: privat

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