Schwere Verbrechen im Südwesten 2017: Ein trauriger Rückblick

Ein Sarg wird am 15.09.2017 in Villingendorf in einen Leichenwagen gehoben. Bei einem Familiendrama bei Rottweil sind ein Mann, eine Frau und ein Sechsjähriger erschossen worden. (Archivbild)
Ein Sarg wird am 15.09.2017 in Villingendorf in einen Leichenwagen gehoben. Bei einem Familiendrama bei Rottweil sind ein Mann, eine Frau und ein Sechsjähriger erschossen worden. (Archivbild)  © DPA

Stuttgart - Neben vielen schönen Dingen bleiben aus dem Jahr 2017 auch viele schlimme Verbrechen im Gedächtnis. Was hat Baden-Württemberg beschäftigt und fassungslos gemacht? Und was ist mit den Tätern passiert? Ein Rückblick.

Verbrechen an Kindern sind besonders abscheulich: Auch in diesem Jahr sterben in Baden-Württemberg Minderjährige, weil sich in ihrer Familie Menschen in den Haaren liegen, die ihre Wut an den Kleinsten auslassen. Aber auch andere Taten lassen den Südwesten fassungslos zurück.

Bei einer Amokfahrt auf dem Bismarckplatz in Heidelberg rast ein 35-Jähriger am 25. Februar mit dem Auto in eine Menschengruppe. Ein 73 Jahre alter Mann stirbt. Der Fahrer flüchtet mit einem Messer bewaffnet zu Fuß.

Ein Polizist stoppt ihn mit einem Schuss in den Bauch. Die Behörden schließen nach Ermittlungen einen terroristischen Hintergrund aus.

In einem Prozess wird der schwer psychisch kranke und schuldunfähige Täter dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen.In Karlsruhe tötet ein 29-Jähriger im Mai seine siebenjährige Stieftochter Emilie mit einem Messer - aus Rache, weil sich seine Frau, die Mutter des Kindes, von ihm trennen will.

Pforzheim: 29 Mal mit dem Messer zugestochen

Vod dem Eingang des Clubs "Grey" in Konstanz wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. Ein Mann tötete am 30.07.2017 einen Türsteher mit einem Sturmgewehr (Archivbild)
Vod dem Eingang des Clubs "Grey" in Konstanz wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. Ein Mann tötete am 30.07.2017 einen Türsteher mit einem Sturmgewehr (Archivbild)  © DPA

Das Landgericht verhängt lebenslange Haft und stellt die besondere Schwere der Schuld fest. Der Fall lasse selbst die Strafkammer fassungslos zurück, sagt der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

In Pforzheim wird ebenfalls im Mai eine 50 Jahre alte Frau mit 29 Messerstichen getötet. Unter Verdacht steht ihr 54 Jahre alter Mann. Er soll ihr vor ihrer Arbeitsstätte, einer Kita, aufgelauert und im Eingangsbereich des Gebäudes auf sie eingestochen haben. Die Frau stirbt zwei Tage später im Krankenhaus. Seit Mitte November steht der Mann wegen Mordes vor Gericht.

Ende Juli sorgen tödliche Schüsse an einer Diskothek in Konstanz für Entsetzen: Ein 34-Jähriger feuert vor und in dem Club "Grey" in einem Industriegebiet mit einem US-Sturmgewehr. Ein Türsteher wird getötet, ein weiterer Sicherheitsmitarbeiter, zwei Gäste sowie ein Polizist werden schwer verletzt. Der Todesschütze stirbt ebenfalls - nach einem Schusswechsel mit der Polizei.

Mindestens acht Menschen verletzen sich zudem bei der panikartigen Flucht oder erleiden einen Schock. Woher der 34-Jährige die Waffe hatte, ist noch immer unklar.

Tübingen: Polizei schnappt Lebensmittel-Vergifter

Dies soll der mutmaßliche Supermarkt-Erpresser sein, der am 28.09.2017 drohte Lebensmittel zu vergiften. (Archivbild)
Dies soll der mutmaßliche Supermarkt-Erpresser sein, der am 28.09.2017 drohte Lebensmittel zu vergiften. (Archivbild)

Am Tag seiner Einschulung wird Mitte September in Villingendorf ein Sechsjähriger erschossen. Der mutmaßliche Täter ist sein Vater. Auch der neue Lebenspartner der Mutter und dessen Cousine sterben an Schussverletzungen.

Die Mutter des Kindes und Ex-Frau des mutmaßlichen Täters kann sich aus dem Haus retten. Mehrere Tage fahndet die Polizei nach dem Schützen. Dank Hinweisen aus der Bevölkerung wird er am 19. September in Rottweil festgenommen.

Ende September hält ein Supermarkt-Erpresser nicht nur den Südwesten in Atem: Er droht, 20 vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen, wenn er nicht eine zweistellige Millionensumme von Handelsunternehmen erhält.

Um zu zeigen, wie ernst es ihm damit ist, stellt er mit dem Giftstoff Ethylenglykol versetzte Babynahrung in Supermärkten in Friedrichshafen am Bodensee ab.

Wenige Tage danach wird der 53-Jährige im Raum Tübingen festgenommen. Er hat inzwischen zugegeben, das Gift in die Gläschen gemischt und diese in den Läden platziert zu haben.

Titelfoto: DPA


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