Er muss künftig Kassen-Bons immer ausdrucken: Tankstellen-Besitzer platzt der Kragen!

Stuttgart - Ab dem 1. Januar 2020 herrscht Bon-Pflicht in der Bundesrepublik. Dann muss jeder Käufer einen Bon bekommen. Ein Tankstellenbesitzer aus Stuttgart hat angesichts der drohenden Papierberge die Nase voll.

Kassenbons: Ab 2020 müssen sie ausgedruckt werden. Grund dafür: das Kassengesetz. (Symbolbild)
Kassenbons: Ab 2020 müssen sie ausgedruckt werden. Grund dafür: das Kassengesetz. (Symbolbild)  © Lucas Bäuml/dpa

"Als hätten wir keine anderen Probleme!", platzt es aus Friedrich Haag heraus. In einem Facebook-Beitrag hat er seinem Unmut über den kommenden Zwang zum Kassenbon Luft gemacht.

Im Beamtendeutsch heißt die Verordnung "Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen" oder kurz: Kassengesetz. Haag nennt es nur wütend die Bon-Pflicht.

"Gerade habe ich ausgerechnet, dass dies für meine zwei Tankstellen täglich 500 Meter mehr Papier bedeutet wie bisher", schreibt er in seinem Posting. Auf einem angehängten Foto zu sehen: Er selbst, behangen mit mehreren Metern an ausgedruckten Kassenbons.

Er fragt: "Wieviel ist das wohl täglich im ganzen Land? Unglaublich. Was für ein Schwachsinn." Gerade in der heutigen Zeit wo man über Umweltschutz spreche. Sarkastisch setzt er nach: "Meine Kunden freuen sich bestimmt zukünftig über einen Beleg über Zigaretten und Backwaren und haben dafür sicher eine sinnvolle Verwendung."

Unter dem Beitrag haben die Nutzer wenig Verständnis für die drohende Papierflut. "Könnt Ihr die auch nur auf Bedarf ausdrucken?", fragt eine Userin. Haags Antwort: "Nein, das Gesetz sagt, es muss jeder Beleg ausgedruckt werden und dem Kunden überreicht werden." Für die Fragestellerin Verschwendung: "Ich will doch keinen Geldbeutel, der vor Bons überquillt..."

Ein anderer Nutzer hakt sich ein, rät dem Unternehmer: "Da kannst gleich 'ne Tonne neben die Kasse stellen. Sonst fliegt nur alles auf dem Hof rum."

Haag habe sich auch kundig gemacht, ob er von der Bon-Pflicht ausgenommen werden könnte. Antwort der Oberfinanzdirektion: nur im Härtefall. Für eine Tankstelle sei allein "die Ausgabe von Waren an eine Vielzahl unbekannter Personen" keiner. Erst, "wenn zusätzliche Bondrucker angeschafft werden müssen oder es sich um viele Kleinbeträge wie in einer Bäckerei handeln würde".

Dies dürfte bei Tankstellenbetreibern demnach aber nicht zutreffen. Die Papierberge, sie kommen also.

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