50.000 Fische im Max-Eyth-See tot: OB Fritz Kuhn weist Kritik zurück

Stuttgart - Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat die Kritik am städtischen Krisenmanagement rund um das Fischsterben im Stuttgarter Max-Eyth-See, bei dem 50.000 Fische ums Leben kamen, zurückgewiesen und Gegenmaßnahmen angekündigt.

Zigtausende Fische waren im See verendet.
Zigtausende Fische waren im See verendet.  © DPA

Komplexe Faktoren hätten zu der jetzigen Situation geführt, sagte Kuhn am Mittwoch im Stuttgarter Rathaus.

Das Hauptproblem im Max-Eyth-See seien fehlende Zu- und Abflussmöglichkeiten, so Umweltbürgermeister Peter Pätzold.

Durch den mangelnden Wasseraustausch sei der Sauerstoffgehalt im Wasser gering und der Anteil des nährstoffreichen Wassers hoch.

Letzteres befördere das Wachstum der Algen, die die Lichtzufuhr für Wasserpflanzen hemmten. Wenn diese Sauerstoffproduzenten am Grund des Sees in der Folge abstürben, sinke der Sauerstoffgehalt weiter.

Momentan flössen zwar 40 Liter Quellwasser pro Sekunde in den See, doch diese reichten nur aus, um die natürliche Verdunstung auszugleichen, erklärte Technikbürgermeister Dirk Thürnau. Um das Wasser im See innerhalb von 20 Tagen komplett zu erneuern, seien 200 Liter Zufluss pro Sekunde notwendig.

Dafür müsse ein Abfluss entstehen. Eine solche Baumaßnahme erfordere ein wasserrechtliches Verfahren, welches laut Kuhn zeitnah eingeleitet werden soll.

Kurzfristig werde die Stadt das Frühwarnsystem für niedrige Sauerstoffwerte verfeinern, um den See rechtzeitig belüften zu können, sagte Thürnau. Die Messwerte sollen online abrufbar sein und so eine schnelle Reaktion ermöglichen.

Drei im See befestigte Pumpen sollen den See künftig bei Bedarf belüften. Kuhn hofft, mit diesen Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass der See ein weiteres Mal kippt. Auszuschließen sei dies aber nicht, erklärte Kuhn.

Kritik am Krisenmanagement hatte Fritz Kuhn zurückgewiesen (Archivbild).
Kritik am Krisenmanagement hatte Fritz Kuhn zurückgewiesen (Archivbild).  © DPA

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