Raser-Mord-Prozess: Freundin des Angeklagten spricht! "Hab's Dir 100 Mal gesagt"

Stuttgart - Im Mordprozess um den Raser-Unfall in der Stuttgarter Rosensteinstraße hat am Dienstag die Freundin des 20-jährigen Angeklagten ausgesagt. Zudem verlas der Anwalt des mutmaßlichen Rasers eine Erklärung. (TAG24 berichtete)

Der Fahrer crasht mit Jaguar (l.) in einen Kleinwagen (r.), dessen beide Insassen sterben.
Der Fahrer crasht mit Jaguar (l.) in einen Kleinwagen (r.), dessen beide Insassen sterben.  © SDMG

Wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, wollte das Pärchen eigentlich am Tag nach dem Unfall in den Urlaub fahren.

In der Unfallnacht schickte dann allerdings der Angeklagte eine SMS an seine Partnerin, dass der nach Amsterdam geplante Urlaub ins Wasser fallen würde, weil er einen Unfall gebaut hatte.

Die Freundin antwortete nur: "Hätte Mitleid, ich schwör. Aber so wie du fährst, hab's dir 100 Mal gesagt."

Zu diesem Zeitpunkt wusste sie allerdings noch nicht, dass bei dem Unfall zwei Menschen gestorben waren.

Bei dem Prozess am Dienstag verlas zudem der Anwalt des Angeklagtem eine Erklärung seines Mandanten, der selbst nicht reden wollte.

Darin hieß es wörtlich: "Wenn ich heute die Videos der Fahrt sehe, schäme ich mich und bereue sehr, dass ich das Auto überhaupt ausgeliehen habe", berichtete die "Stuttgarter Zeitung".

Der Angeklagte (M) in einem Mordprozess nach einem tödlichem Unfall wird von einem Justizbeamten in einen Gerichtssaal des Landgerichts Stuttgart geführt.
Der Angeklagte (M) in einem Mordprozess nach einem tödlichem Unfall wird von einem Justizbeamten in einen Gerichtssaal des Landgerichts Stuttgart geführt.

Außerdem hieß es, der Angeklagte hatte direkt nach dem Unfall nicht das Ausmaß des Geschehens realisieren können. Bis ein Augenzeuge rief: "Sie sind tot!".

Die Verteidiger des 20-jährigen Angeklagten haben einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit gestellt. Diesen akzeptierte die Richterin für diesen Dienstagnachmittag. In der Begründung hieß es, der Angeklagte wird nun über "persönliche Lebensumstände reden", aber nicht direkt über den Vorwurf der Tat.

Im März hatte der junge Mann einen 550-PS-starken Jaguar gemietet und ist mit diesem durch die Stuttgarter Innenstadt geheizt. In der Rosensteinstraße krachte er in einen Kleinwagen, in welchem ein Pärchen saß.

Der 25 Jahre alter Fahrer aus Nordrhein-Westfalen und seine 22 Jahre alte Freundin waren sofort tot.

Update 17.20 Uhr: Der Angeklagte übernahm komplett die Verantwortung.

"Wegen mir sind zwei Menschen gestorben, es gibt nichts zu beschönigen", ließ der 20-Jährige am Dienstag in einer persönlichen Erklärung über seinen Anwalt verlesen.

"Ich weiß auch, dass es viel zu einfach ist, einfach nur zu sagen, dass es mir leid tut", so der 20-Jährige, der sich häufiger Ps-starke Sportwagen gemietet hatte um mit Freunden auf Spritztour zu gehen.

Update 17.53 Uhr: "Ich war immer schon fasziniert von besonderen, schnellen Autos", heißt es in der Erklärung des Angeklagten weiter. Mehrfach habe er im Leerlauf Gas gegeben, "sodass das Fahrzeug aufheulte und der Klappenauspuff laut knallte".

Er habe vor seinen Freunden angeben wollen und am späten Abend alleine auf der Autobahn nach Stuttgart sogar auf bis zu 270 Stundenkilometer beschleunigt.

"Ich hatte das Fahrzeug unter Kontrolle, so war meine eigene Wahrnehmung."

Der Jaguar war nur geliehen.
Der Jaguar war nur geliehen.  © SDMG

Titelfoto: SDMG

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