Trotz Verbot: Hat Heckler & Koch tausende Sturmgewehre verkauft?

Stuttgart - Im Prozess gegen frühere Mitarbeiter der Rüstungsfirma Heckler & Koch sollen am Donnerstag (9.30 Uhr) die ersten Zeugen aussagen.

Insgesamt sollen rund 4500 G36 verkauft worden sein. (Symbolbild)
Insgesamt sollen rund 4500 G36 verkauft worden sein. (Symbolbild)  © DPA

Nach Angaben des Gerichts sind Zollbeamte geladen, die den Fall untersucht haben. In dem Verfahren müssen sich seit gut drei Wochen fünf Beschuldigte wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontroll- und Außenwirtschaftsgesetz verantworten.

Laut Anklage wurden von 2006 bis 2009 fast 4500 Sturmgewehre vom Typ G36 und Zubehör im Wert von 4,1 Millionen Euro in mehrere Unruhe-Regionen Mexikos geliefert, wohin die Waffen gar nicht hätten exportiert werden dürfen.

Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück.

UPDATE: 12 Uhr

Die Waffenfirma Heckler & Koch hat nach Aussage eines Zeugen bewusst falsche Angaben bei Genehmigungsanträgen für die Lieferungen von Sturmgewehren vom Typ G36 nach Mexiko gemacht. Das Rüstungsunternehmen habe Einfluss auf mexikanische Endverbleibserklärungen genommen, sagte am Donnerstag ein Beamter des Zollkriminalamts im Prozess gegen frühere Mitarbeiter von Heckler & Koch.

Das Unternehmen habe sich bemüht, entsprechende Erklärungen aus Mexiko zu bekommen, in denen die Provinzen nicht auftauchten, in die eigentlich nicht hätte exportiert werden dürfen. Der Beamte ist der erste Zeuge in dem Prozess.

Titelfoto: DPA


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