Demo-Wahnsinn gegen Diesel-Fahrverbote: Gruppen treffen aufeinander

Stuttgart - Die Kundgebungen gegen das Diesel-Fahrverbot werden nun ebenfalls zum Thema für eine Demo: Das Bündnis gegen Rechts geht am Samstag ebenfalls auf die Straße.

Am Samstag steht Stuttgart wieder im Zentrum von Protesten gegen das Diesel-Fahrverbot. (Archivbild)
Am Samstag steht Stuttgart wieder im Zentrum von Protesten gegen das Diesel-Fahrverbot. (Archivbild)  © DPA

Wie die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten berichten, wird es am Samstag hoch hergehen in der Stadt: Erst gehen die Gegner des Diesel-Fahrverbots wieder auf die Straße. Sie rechnen mit noch mehr Teilnehmern als am vergangenen Samstag. (TAG24 berichtete). Da waren bereits rund 700 Personen gekommen.

Überlappen mit dieser Kundgebung wird sich eine Demo gegen einen Teil der erwarteten Protestierenden. Linke Gruppen gehen am Samstag ebenfalls auf die Straße, um sich gegen eine Entwicklung der Dieseldemo zu stellen, die am vergangenen Wochenende zu Konflikten geführt hatte:

Sie protestieren gegen die von ihnen beobachtete "Vereinnahmung" der Kundgebung durch die AfD oder den Verein Zentrum Automobil. "Die AfD ist nicht die Lösung", heißt diese Veranstaltung, hinter der das Bündnis Stuttgart gegen Rechts steht.

Dieseldemo findet am Wilhelmsplatz statt

Die Dieseldemo wächst. Um eine Vollsperrung der Bundesstraße aufgrund der Teilnehmerzahl zu vermeiden, haben sich die Initiatoren mit Vertretern der Stadt und der Polizei darauf geeinigt, nicht am Neckartor zu demonstrieren. Stattdessen rufen sie von 14 Uhr an zur Kundgebung auf dem Wilhelmsplatz in der Innenstadt auf. Die Veranstalter rund um den 26-jährigen Stuttgarter Iannis Sakkaros betonen, dass sie unpolitisch, "von Bürgern für Bürger" sein wollen.

Am vergangenen Samstag hatten sie AfD-Vertreter dazu gebracht, ihr Parteilogo auf Transparenten abzudecken. Außerdem ließen sie keine Redner ans Mikrofon, die sie dem politisch rechten Spektrum zuordneten. Es waren unter anderem der AfD-Bundestagsabgeordnete Dirk Spaniel und der umstrittene Daimler-Betriebsrat von Zentrum Automobil, Oliver Hilburger, gekommen, um zu sprechen.

Im Nachgang entstand ein Konflikt zwischen dem Porsche-Mitarbeiter Iannis Sakkaros und dem BZS23-Stadtrat Heinrich Fiechtner, der aus der AfD ausgetreten ist, auf. Fiechtner war vorgeprescht und hatte weitere Versammlungen angemeldet. Das wollte Sakkaros nicht: Er möchte keine Politiker in die Organisation der Demo involviert wissen. Am Dienstag verständigten sich Fiechtner und Sakkaros, dass der Initiator sich wieder für die Demo verantwortlich zeichnen soll.

Trotzdem hat das Bündnis "Stuttgart gegen Rechts" nun zur Gegendemo aufgerufen. Aus dessen Sicht habe die AfD keine Lösung für die Luftverschmutzungsproblematik, sondern spalte mit ihrer Teilnahme die Gesellschaft. Zudem kritisiert das Bündnis, dass die AfD den Klimawandel leugne. Damit disqualifiziere sie sich für die Dieseldebatte, teilt das Bündnis mit.

Die Gegendemo gegen die Anti-Fahrverbots-Demo beginnt um 16 Uhr. Treffpunkt ist die Ecke Neckarstraße und Urbanstraße.

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