Hier sind sichtbare Tattoos für Polizisten bald erlaubt

Bald für Baden-Württembergs Polizisten erlaubt: Tattoos, die nicht von der Kleidung verdeckt werden. (Symbolbild)
Bald für Baden-Württembergs Polizisten erlaubt: Tattoos, die nicht von der Kleidung verdeckt werden. (Symbolbild)  © DPA

Stuttgart - Die rund 24.000 Polizisten in Baden-Württemberg dürfen sich einem Zeitungsbericht zufolge bald auch Tattoos stechen lassen, die nicht von der Uniform verdeckt werden.

Eine entsprechende Regelung solle noch dieses Jahr in Kraft treten, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Innenministeriums den Stuttgarter Nachrichten. Die Lockerung der Vorschriften werde möglich, da sich die Einstellung zu Tätowierungen in der Bevölkerung geändert habe. Tattoos würden heutzutage nicht mehr "gesellschaftlich geächtet", sondern seien weithin akzeptiert, sagte der Sprecher dem Blatt.

Dem Bericht zufolge geht es vor allem um Tattoos an Ober- und Unterarmen, die bislang verboten gewesen seien, weil man sie bei kurzem Hemd im Sommer sehen kann. Diese Tattoos sollen demnach nun erlaubt werden, allerdings müssen sie von der Größe und vom Motiv her "dezent" sein.

Gewaltverherrlichende, diskriminierende oder politisch heikle Motive seien auch weiterhin verboten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf das Innenministerium. Die neuen Regeln würden bei Neueinstellungen bereits seit Anfang des Jahres angewandt. Nun übertrage man sie auf bereits eingestellte Beamte.

Bei der Deutschen Polizeigewerkschaft sieht man die gelockerten Tattoo-Regeln kritisch. Die neuen Vorgaben seien nicht notwendig, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Ralf Kusterer, am Montag. Vielmehr folge das Innenministerium damit Gerichtsurteilen, die zugunsten von tätowierten Beamten ausgefallen seien und damit "neue Wertmaßstäbe" gesetzt hätten.

Wenn Zweifel aufkommen, ob ein Tattoo dezent genug ist, soll den Plänen zufolge eine polizeiinterne Kommission entscheiden. "Ich gehe davon aus, dass das nicht unproblematisch laufen wird", sagte Kusterer.

Da die neuen Vorgaben keine klaren Grenzen setzten, seien Rechtsstreitigkeiten absehbar.


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