Fluchtgefahr! Porsche-Manager nach Diesel-Razzia in Haft

Stuttgart - Nach der Diesel-Razzia bei Porsche haben die Ermittler einen Manager des Stuttgarter Autobauers in Untersuchungshaft genommen.

Nach Angaben der Bild soll Manager Jörg Kerner in U-Haft sitzen.
Nach Angaben der Bild soll Manager Jörg Kerner in U-Haft sitzen.  © Porsche

Darüber informierte Vorstandschef Oliver Blume die Mitarbeiter am Freitag in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es bestehe Verdunkelungs- und Fluchtgefahr, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Autobauer weist die Vorwürfe zurück.

Laut Bild-Zeitung soll es sich bei dem Manager um niemand geringeren als den Motorenchef Jörg Kerner handeln. Demnach soll der Manager eine Schlüsselrolle in der Abgas-Affäre spielen. Das Blatt beruft sich auf einen Mitarbeiterbrief, in dem es heißt, dass Ermittlungen laufen "gegen ein Mitglied des Vorstands, einen leitenden sowie einen früheren Mitarbeiter von Porsche, der jetzt bei Audi arbeitet".

Hintergrund der Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung sind mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos. "Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Beschuldigten und Porsche vor, wir hätten Kenntnis davon gehabt, dass in diesen Motoren unzulässige Steuerungsgeräte verbaut gewesen seien", schrieb Blume an die Mitarbeiter. "Wir weisen diesen Vorwurf zurück und tun unser Möglichstes, um alles in Ordnung zu bringen."

Am Mittwoch hatten fast 200 Staatsanwälte und Polizisten mehrere Standorte von Porsche, darunter die Zentrale in Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach, durchsucht und Unterlagen und Daten von Computern sichergestellt. Auch die Konzernschwester Audi war betroffen. Von ihr bekommt Porsche die Diesel-Motoren. Der Sport- und Geländewagenbauer entwickelt und produziert selbst keine. Bereits seit September 2017 sitzt ein früher für Audi als Motorenentwickler tätiger ehemaliger Porsche-Vorstand in Untersuchungshaft.

Blume rief die Beschäftigten auf, sich von den Berichten über die Vorwürfe nicht verunsichern zu lassen. "Meine Vorstandskollegen und ich tun alles dafür, um den Sachverhalt so schnell wie möglich aufzuklären", betonte er.

Wandte sich in einem Brief an die Porsche-Beschäftigten: Vorstandschef Oliver Blume.
Wandte sich in einem Brief an die Porsche-Beschäftigten: Vorstandschef Oliver Blume.  © DPA

Titelfoto: Porsche


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