Zu viel CO2: Verfehlt das Land die eigenen Klimaziele wegen der Dienstflotte?

Stuttgart - Mit der eigenen Dienstflotte entfernt sich die grün-schwarze Landesregierung nach Medien-Angaben zunehmend von den selbst gesteckten Klimazielen.

Verkehrsminister Winfried Hermann.
Verkehrsminister Winfried Hermann.  © Fabian Sommer/dpa

Die Zeitungen "Heilbronner Stimme" und "Mannheimer Morgen" zitieren aus einer Kabinettsvorlage, nach der der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Autos 2018 erstmals seit 2011 wieder zugenommen hat.

Die Zahlen beruhten auf einer Erhebung der Umweltbilanz von knapp 950 Personenfahrzeugen, die vom Land und seinen Behörden betrieben würden, zitierten die Zeitungen (Samstag) aus dem Papier. Das Kabinett wolle am Dienstag kommender Woche darüber beraten.

Laut Vorlage habe jedes Fahrzeug im Jahr 2018 im Schnitt 119 Gramm klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausgestoßen – der durchschnittliche Flottenverbrauch sei im Vergleich zu 2017 um 4,37 Gramm gestiegen. Grund sei unter anderem der schwierige Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Liegenschaften des Landes.

"Der erstmalige Anstieg der CO2-Emissionen der Landesfahrzeugflotte ist im Hinblick auf die gesetzlich normierte Vorbildfunktion der Landesverwaltung im Klimaschutzgesetz kritisch zu sehen", zitieren die Zeitungen den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann aus dem internen Papier.

Land droht Ziele zu verfehlen

Problem der Flotte: Der CO2-Ausstoß. (Symbolbild)
Problem der Flotte: Der CO2-Ausstoß. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Zudem drohe das Land, den selbst gesteckten Zielwert von durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2020 zu verfehlen.

Die frühere grün-rote Landesregierung hatte 2015 entschieden, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen von damals 130 Gramm CO2 pro Kilometer ab dem Jahr 2020 auf durchschnittlich 95 Gramm zu senken. Die Auswertung für das Jahr 2020 wird es jedoch erst zu Beginn des Jahres 2022 geben.

Das Verkehrsministerium will Dienststellen laut Kabinettsvorlage dazu auffordern, bei Ausschreibungen die Emissionsobergrenzen zugrunde zu legen. Außerdem soll eine "gemeinsame dienststellenübergreifende Sammelausschreibung" entwickelt werden, um den Kauf von Autos mit alternativen Antrieben zu erleichtern.

"Durch das gemeinsame Auftreten können die Dienststellen bei der Beschaffung unterstützt, die Verhandlungsposition gegenüber den Herstellern gestärkt und potentielle Mengenrabatte erzielt werden", heißt es in der Vorlage.

Das Ministerium geht mit Blick auf die Anschaffungen der vergangenen Monate davon aus, dass die nächste CO2-Berichterstattung Ende des Jahres besser ausfallen wird.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Stuttgart:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0