So viele Grundschüler besuchen keinen Religions-Unterricht

Innerhalb eines Jahres ist der Anteil der Schüler, die nicht am Religions-Unterricht teilnehmen, von 18,4 auf 19,4 Prozent gestiegen. (Symbolbild)
Innerhalb eines Jahres ist der Anteil der Schüler, die nicht am Religions-Unterricht teilnehmen, von 18,4 auf 19,4 Prozent gestiegen. (Symbolbild)  © DPA

Stuttgart - Jeder fünfte Grundschüler im Südwesten nimmt nicht am Religionsunterricht teil.

Von 362.000 Grundschülern im Schuljahr 2015/16 besuchten nach einer Antwort des Kultusministeriums auf eine SPD-Anfrage 19,4 Prozent keinen Religionsunterricht. Der Anteil lag im Schuljahr zuvor bei 18,4 Prozent.

Die SPD im Landtag sieht deshalb dringenden Bedarf bei Einführung des Ethikunterrichts an Grundschulen. "Bisher wird einem Fünftel der Schülerschaft während des Religionsunterrichts kein qualitätsvolles Unterrichtsangebot unterbreitet", kritisierte der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei. Das Kultusministerium habe zwar erkannt, dass es etwas tun müsse, aber die Ankündigungen von Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) seien noch zu vage.

Grundschul-Ethik wird dem Ministerium zufolge in der nächsten Legislaturperiode angegangen - "sofern es dazu entsprechende politische Beschlüsse gibt". Die Bildungspläne würden vorbereitet.

Die Betreuung einer wachsenden Zahl von Schülern, die nicht den Religionsunterricht besuchen, stelle für die Grundschulen eine große Herausforderung dar, mahnte Fulst-Blei. Denn den Schulen stünden dafür keine gesonderten Ressourcen zur Verfügung.

In den weiterführenden Schulen schreitet der Ausbau des Fachs schon in dieser Legislaturperiode voran. Geplant ist er ab 2019: Dann soll die Einführung von Ethik absteigend von Klasse 7 begonnen und stufenweise bis Klasse 5 vollzogen werden.

Ethik wird bereits an Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen von der achten Klasse an unterrichtet, an Gymnasien von Klasse sieben an.

Titelfoto: DPA


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