Unfassbar! Stuttgart 21 wird eine Milliarde Euro teurer

Obendrein soll das Projekt nun erst Ende 2024 beendet sein. (Archivbild)
Obendrein soll das Projekt nun erst Ende 2024 beendet sein. (Archivbild)  © DPA

Stuttgart - Neuer Schock und zusätzlicher Frust für die Beteiligten des Bahnprojekts Stuttgart 21: Das Bauwerk verschlingt nach einer neuen Kalkulation noch mehr Geld als zuletzt geplant. Und später fertig wird es wohl auch.

Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 soll nämlich gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher geplant. Die Deutsche Bahn erwartet nun einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. Bislang waren 6,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Zugleich verzögert sich die Fertigstellung des Projekts von Ende 2023 auf Ende 2024. Darüber hatte zuvor die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtet. Der neue Zeit- und Kostenplan soll nach dpa-Informationen auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Januar beschlossen werden.

Ein Konzernsprecher wollte zu den genannten Zahlen keine Stellung nehmen und verwies auf die kommende Sitzung des Kontrollgremiums am 13. Dezember.

Nach den Informationen aus Aufsichtsratskreisen wird das Thema Stuttgart 21 dabei diskutiert werden, ein Beschluss sei für diese Sitzung aber noch nicht vorgesehen, hieß es.

Die Baustelle des Bauprojekts Stuttgart 21. Das Ganze soll nun deutlich teurer werden. (Archivbild)
Die Baustelle des Bauprojekts Stuttgart 21. Das Ganze soll nun deutlich teurer werden. (Archivbild)

Als Gründe für die höheren Kosten und die spätere Fertigstellung wurden in den Aufsichtsratskreisen unter anderem gestiegene Baukosten, Verzögerungen in den Planungsverfahren und die restriktiven Regeln beim Artenschutz genannt. Unter anderem geht es um die Umsiedelung geschützter Eidechsen.

Ende 2016 reichte die Bahn im Streit um die Mehrkosten Klage gegen das Land Baden-Württemberg ein. Sie will damit nach eigenen Angaben verhindern, dass mögliche finanzielle Ansprüche auf eine Beteiligung der Partner an den Mehrausgaben verjähren.

Der Ausgang des Verfahrens ist offen. Das Land Baden-Württemberg will sich mit den vereinbarten 930 Millionen Euro beteiligen, aber nicht mehr geben.

Bei dem Projekt soll aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof ein Tiefbahnhof werden. An dem Bahnhof wird seit Februar 2010 gebaut, der Grundstein für den Neubau wurde im September 2016 gelegt.

Das Projekt hatte im Jahr 2010 für große Proteste gesorgt, Zehntausende Menschen waren dagegen auf die Straße gegangen. Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hatte dann in dem Konflikt als Schlichter vermittelt. Im November 2011 stimmten in einer Volksabstimmung 58,8 Prozent der Teilnehmer gegen einen Ausstieg des Landes aus der Finanzierung des Bahnprojekts - und damit für Stuttgart 21.

Titelfoto: DPA


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