Schweres Unwetter wütet im Südwesten und sorgt für zahlreiche Schäden

Stuttgart - Regen, Gewitter und noch mehr Regen: Auch am Montagabend waren die Feuerwehren im Südwesten im Dauereinsatz. Nicht nur Straßen wurden überflutet. Am Dienstag soll es neue Unwetter geben.

Die Straßen waren wie hier bei Kirchheim unter Teck überflutet.
Die Straßen waren wie hier bei Kirchheim unter Teck überflutet.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

In der Nacht zum Dienstag sind die Feuerwehren teilweise noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. "Wir werden mit Sicherheit noch ein paar Stunden im Einsatz sein", sagte ein Sprecher der Feuerwehr Esslingen am frühen Dienstagmorgen.

Über den Landkreis Esslingen war am Montagabend ein heftiges Unwetter gezogen - wie über weitere Teile Baden-Württembergs. Straßen wurden überflutet und Keller liefen voll. Besonders betroffen waren Regionen südlich und westlich von Stuttgart.

Für Dienstag rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Baden-Württemberg wieder mit Unwettern. Bereits am Vormittag soll es im Westen erste Schauer und Gewitter geben, teilte der DWD auf seiner Website mit. Ab Mittag seien Gewitter überall möglich, zum Teil auch Unwetter mit Starkregen.

In Kirchheim unter Teck (Landkreis Esslingen) hatte die Feuerwehr am Montagabend rund 200 Einsätze. Keller, Straßen und Unterführungen seien unter Wasser gesetzt worden, sagte ein Sprecher.

In Kirchheim unter Teck waren die Wege stellenweise sogar unpassierbar.
In Kirchheim unter Teck waren die Wege stellenweise sogar unpassierbar.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Ein älterer Mann musste von der Polizei aus seinem mit Wasser vollgelaufenen Auto befreit werden. Ein Polizist schlug die Scheibe des Wagens ein und wurde dabei leicht verletzt. Der Autofahrer blieb unverletzt.

Der Technikraum einer Klinik in Kirchheim war zeitweise überflutet - der Klinikbetrieb wurde davon laut Feuerwehr aber nicht beeinträchtigt. In der Gemeinde Hochdorf im selben Landkreis hatte die Feuerwehr rund 40 Einsätze. «Tiefgaragen, Keller - Wassermassen, die durch übers Ufer tretende Bäche entstanden sind», fasste ein Feuerwehrsprecher den Abend zusammen. Teilweise seien Geröll und Schotter auf die Straßen gespült worden.

In Teilen Mannheims fiel am Montagabend der Strom aus. Ursache war ein Brand in einem Umspannwerk, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Es sei zu vermuten, dass das Feuer durch einen Blitzeinschlag ausgelöst wurde.

Der Hauptbahnhof der Stadt Reutlingen musste zwischenzeitlich wegen Überflutung gesperrt werden. Die Stadtverwaltung twitterte am Abend Fotos von überfluteten Straßen. Die Feuerwehr Reutlingen zählte bis zum frühen Dienstagmorgen 140 Einsätze.

Die Feuerwehren waren zum Teil völlig überfordert.
Die Feuerwehren waren zum Teil völlig überfordert.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Auch im Ostalbkreis gab es Überschwemmungen, wie ein Polizeisprecher sagte. In Lorch standen am Abend Teile der Innenstadt unter Wasser.

In und um Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) liefen am Montagabend nach Polizeiangaben Keller voll Wasser. Es habe kleine Erdrutsche gegeben, Äste seien auf Fahrbahnen gefallen, Geröll von einem Hang gerutscht.

Bei Malsch (Kreis Karlsruhe) rückte die Feuerwehr etwa 20 Mal aus. Um Biberach, Ulm, Göppingen und Heidenheim gab es viele Einsätze wegen Hochwassers auf Straßen und vollgelaufenen Kellern. Auch der Bahnverkehr war betroffen - es kam zu Verspätungen.

Unwetter in weiten Teilen Baden-Württembergs hatten bereits am Montag viele Kräfte gefordert - wie auch die Tage zuvor.

"Die Gemeindefeuerwehren sind schon seit Donnerstag letzter Woche täglich mit den Unwetterereignissen stark gefordert", teilte das Landratsamt Esslingen in der Nacht zu Dienstag mit.

Auch in Lorch hinterließ das Unwetter seine Spuren.
Auch in Lorch hinterließ das Unwetter seine Spuren.  © DPA
In Reutlingen kam gar der Bahnhof zum Erliegen.
In Reutlingen kam gar der Bahnhof zum Erliegen.  © DPA

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