Terrorverdacht: Opernstar erlebt Familiendrama

Diese Woche sang Ana Durlovski in der Oper "Ariodante" in Stuttgart. (Archivbild)
Diese Woche sang Ana Durlovski in der Oper "Ariodante" in Stuttgart. (Archivbild)  © DPA

Stuttgart – Die Opernsängerin Ana Durlovski hat während ihrer aktuellen Gastauftritte in Stuttgart und Dresden politische Repressionen gegen Andersdenkende in ihrer Heimat Mazedonien beklagt.

"Bei den Menschen in Mazedonien herrscht Angst", sagt die 39-Jährige am Rande eines Auftritts in "Ariodante" an der Staatsoper Stuttgart. Es gebe weder Rechtsstaatlichkeit noch Pressefreiheit in dem Balkanstaat – stattdessen politische Willkür.

Es sei an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft die Augen öffne für autoritäre Tendenzen des in die EU strebenden Landes. Durlovskis Mann Igor, der ebenfalls ein im Westen geschätzter Sänger (Bass) ist und bis zum Frühjahr Intendant der Oper in der Hauptstadt Skopje war, sitzt seit November wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft.

Insgesamt waren Ende November 36 Menschen wegen "Bedrohung der verfassungsmäßigen Ordnung und Sicherheit durch Terrorismus" inhaftiert worden. "Ich bin sicher, dass er unschuldig ist", sagte Durlovski über ihren Mann, der ebenfalls in Deutschland bekannt ist. "Die Anwälte sprechen von politischer Verfolgung", sagt die Sopranistin. Konkrete Vorwürfe oder gar Beweise gebe es bisher nicht.

"15 Uniformierte kamen am 28. November um 6.00 Uhr morgens und nahmen Igor vor den Augen unseres ältesten Sohnes mit", sagte Durlovski, die in Stuttgart in dieser Woche in der Oper "Ariodante" sang und Anfang 2018 als Königin der Nacht an der Semperoper Dresden zu sehen ist.

Titelfoto: DPA


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