Zu wenig Geld für Pfleger: Verdi plant Warnstreik-Welle an Unikliniken

Streikende Pflegerinnen und Pfleger protestieren am 18.09.2017 in Berlin vor der Charité. (Archivbild) Nun sollen weitere Streiks in Tübingen und Freiburg folgen.
Streikende Pflegerinnen und Pfleger protestieren am 18.09.2017 in Berlin vor der Charité. (Archivbild) Nun sollen weitere Streiks in Tübingen und Freiburg folgen.  © DPA

Tübingen - An den Universitätskliniken in Tübingen und Freiburg drohen Streiks: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten zur Niederlegung ihrer Arbeit aufgerufen.

In Tübingen soll am Mittwoch, in Freiburg am Donnerstag gestreikt werden, wie aus einer Mitteilung von Verdi hervorgeht. Für Tübingen ist die Notversorgung sichergestellt. Die Klinikleitung ging am Dienstag zunächst juristisch gegen den Streik vor, konnte sich vor Gericht aber nicht durchsetzen.

An den beiden anderen baden-württembergischen Unikliniken in Ulm und Heidelberg sind zunächst keine Arbeitsausstände geplant. Verhandlungen von Verdi mit den vier Unikliniken zu Personal-Mindestbesetzungen waren ohne Ergebnis geblieben. Das Angebot der Arbeitgeber von durchschnittlich 25 Stellen pro Klinikum habe keine merkliche Verbesserung für die Arbeitnehmer bedeutet, so Verdi.

Der Geschäftsbereichsleiter Personal am Universitätsklinikum Tübingen, Christian Anton, teilte mit: "Wir haben nach wie vor begründete Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Streiks und sehen darin die tarifvertragsrechtliche Friedenspflicht verletzt." Die SPD Baden-Württemberg erklärte sich indes solidarisch mit den Beschäftigten.

"Das ganze Pflegesystem ist völlig unterfinanziert und die Beschäftigten in der Pflege völlig überlastet. So kann es nicht weitergehen", sagte SPD-Generalsekretärin Luisa Boos.

Titelfoto: DPA


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