Turn-WM: Das bringt der Tag im Kampf um das Olympia-Ticket

Stuttgart - Nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation des Frauen-Teams wollen die Männer um Andreas Toba nachziehen. Das deutsche Quintett geht am Sonntag an die WM-Geräte, muss aber den Ausfall des verletzten Marcel Nguyen kompensieren.

Elisabeth Seitz zeigt einen Sprung.
Elisabeth Seitz zeigt einen Sprung.

Die deutschen Turnerinnen haben das Olympia-Ticket bereits in der Tasche, nun wird es bei dem Heim-Weltmeisterschaften in Stuttgart auch für das Männer-Quintett ernst.

Das Team mit dem deutschen Mehrkampfmeister Andreas Toba, Lukas Dauser, Philipp Herder, Nick Klessing und Karim Rida geht am Sonntag in der letzten Gruppe (19.30 Uhr/SWR Livestream) an die Geräte.

Ihr Ziel ist dasselbe, das die Frauen mit dem neunten Platz in der Team-Qualifikation schon erreicht haben: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Dafür muss die Mannschaft von Cheftrainer Andreas Hirsch mindestens Rang zwölf belegen.

Mindestens Platz acht würde sogar für das Team-Finale am kommenden Mittwoch genügen, was aber eher unrealistisch ist. Zumal in dem 32 Jahre alten Routinier Marcel Nguyen ein wichtiger Leistungsträger ausfällt.

"Unser Ziel ist ganz die Olympia-Qualifikation. Darauf richtet sich der Fokus", sagte Hirsch, dessen Turner den Wettkampf am Barren beginnen.

Das Top-Team am ersten Qualifikationstag (16.30 Uhr) stellen die Russen mit dem WM-Mehrkampfsieger von 2018, Artur Dalalojan, und dem diesjährigen Mehrkampf-Europameister Nikita Nagorny. Neben Deutschland machen sich viele weitere Teams Hoffungen auf das Olympia-Ticket. Die Entscheidung fällt erst am Montag, wenn alle 24 Mannschaften geturnt haben.

"Bei den Männern ist die Leistungsdichte hinter den drei, vier Top-Teams noch größer", sagte Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen. "Aber ich traue unserem Team die Olympia-Quali zu."

Update 12 Uhr: US-Star Simone Biles hat die Fans bei den Turn-Weltmeisterschaften in der Stuttgarter Schleyer-Halle von den Sitzen gerissen. Mit ihrem "Triple-Double" am Boden, einem Doppelsalto gehockt mit integrierter Dreifachschraube, zeigte die 22-Jährige aus Ohio am Samstag ein neues spektakuläres Element, das nun nach ihr benannt wird. Erstmals hatte die nur 1,42 Meter große Olympiasiegerin den "Biles", der vom Internationalen Turn-Verband FIG mit dem bisher höchsten Schwierigkeitsgrad "J" eingestuft wurde, bei den US-Meisterschaften vor einigen Wochen geturnt.

Biles ließ in Stuttgart eine weitere neue Höchstschwierigkeit folgen. Als Abgang vom Schwebebalken präsentierte sie als Erste einen Doppelsalto rückwärts mit einer doppelten Schraube (Doppel-Doppel). Dieses "H-Teil" trägt ab jetzt ebenfalls ihren Namen.

Auch Emelie Petz hat nun ihr eigenes Element. Die 16-Jährige aus Backnang kreierte am Stufenbarren einen neuen Abgang, den "Petz": Aus der Staldergrätsche (Umschwung mit gegrätschten Beinen) turnte sie einen Salto vorwärts mit einer Längsachsendrehung (D-Schwierigkeit).

Ein neues Element erhält den Namen einer Turnerin oder eines Turners, wenn es vor einem internationalem Wettkampf bei der FIG angemeldet und dann geturnt wird. Vor der WM wurde zehn Neuerungen eingereicht.

Das deutsche Turn-Team der Männer stehen auf der Bühne.
Das deutsche Turn-Team der Männer stehen auf der Bühne.  © Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Stuttgart:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0