Horror: Ärzte sollen bei OP Nadel in Frau vergessen haben!

Stuttgart - Am Oberlandesgericht Stuttgart beginnt am Dienstag ein Arzthaftungsverfahren (Aktenzeichen: 1 U 145/1) wegen einer Nadel, die während einer Operation nicht aus dem Körper einer Patientin entfernt wurde.

In einem Ulmer Krankenhaus soll bei einer Frau eine Nadel gefunden worden sein.
In einem Ulmer Krankenhaus soll bei einer Frau eine Nadel gefunden worden sein.  © DPA

Klägerin ist eine 30 Jahre alte Frau. Ärzte sollen bei einem urologischen Eingriff im Ulmer Bundeswehrkrankenhaus eine 1,5 Zentimeter lange Nadel in ihrer Operationswunde zurückgelassen haben.

Die Nadel soll sich seitdem durch den Körper der Geschädigten bewegen und sie gesundheitlich beeinträchtigen. Die Frau fordert jetzt Schadenersatz und Schmerzensgeld von der Bundesrepublik Deutschland. Bei dem Prozess soll eine medizinische Sachverständige aussagen.

Bei Behandlungsfehlern haften Ärzte wie andere Berufsgruppen für schlechte Leistungen - der Nachweis gilt aber als schwierig und langwierig.

Bei groben Behandlungsfehlern - wie etwa im Bauchraum vergessenen Geräten - gewährt die Rechtssprechung aber Beweiserleichterungen.

Update (16.13 Uhr):

Im Stuttgarter Berufungsverfahren um eine im Unterleib einer Frau vergessenen Operationsnadel sieht das Oberlandesgericht Stuttgart die Haftung beim Bundeswehrkrankenhaus in Ulm. "Wir sehen keinen Grund, von der Haftung wegzukommen", kündigte der Vorsitzende Richter Wolfgang Reder bei der Verhandlung am Dienstag in Stuttgart an.

Das Landgericht Ulm hatte der Frau 13.000 Euro und rund 2000 Euro Schadenersatz zugesprochen. Da die Frau im Krankenhaus der Bundeswehr in Ulm operiert wurde, muss die Bundesrepublik zahlen. Der Bund ging jedoch gegen das Urteil vor, auch die Klägerin legte Berufung ein. Die Entscheidung wird am 20. Dezember verkündet.

Der behandelnde Arzt kann sich das Versäumnis nicht erklären. Er habe zum Vernähen Fäden mit jeweils Nadeln an den beiden Enden verwendet, berichtete er am Dienstag. Drei Nadeln habe er verwendet. Wie die Nadel im März 2013 im Körper einer heute 30 Jahre alten Frau aus Aalen bleiben konnte, sei ihm bis heute nicht klar.

Für das Zählen und kontrollieren der verwendeten Gegenstände vor und nach der OP sei der behandelnde Arzt nicht zuständig, so eine Sachverständige.

Seither wandere die Nadel durch den Körper der 30-Jährigen. (Symbolbild)
Seither wandere die Nadel durch den Körper der 30-Jährigen. (Symbolbild)  © DPA

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