Riesenschaden durch Ratten in der Bücherei: Sind Partygänger schuld?

Stuttgart - Diese "Lese-Ratten" mag keiner: Nach der Rattenplage an der Stuttgarter Unibibliothek mit Tausenden zerstörten Büchern soll der angrenzende Park öfter gereinigt werden.

Ungebetene Besucher: Die Ratten kamen über kaputte Kanalrohre in die Bibliothek. (Fotomontage/Symbolfoto)
Ungebetene Besucher: Die Ratten kamen über kaputte Kanalrohre in die Bibliothek. (Fotomontage/Symbolfoto)  © dpa/123RF

"Vom Frühjahr an wird im Stadtgarten dreimal statt einmal in der Woche gereinigt", sagte Technikbürgermeister Dirk Thürnau (SPD) der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (Samstag).

Von April bis Oktober sollen Papierkörbe demnach zudem fünf- statt dreimal pro Woche geleert werden. Auch größere Abfallbehälter seien geplant.

Zuvor war bekanntgeworden, dass Ratten Tausende Bücher in der Stuttgarter Universitätsbibliothek zerstört und einen Schaden von rund 200.000 Euro angerichtet haben.

Fast 8000 Bücher seien betroffen, hatte Universitätssprecher Hans-Herwig Geyer gesagt. "Die Bücher waren verschmutzt und verkotet." Sie mussten entsorgt werden.

Die Nager gelangten ihm zufolge von draußen über die Kanalisation ins Gebäude.

Da die Kanalrohre und Leitungen altersbedingt stellenweise brüchig seien, hätten die Tiere sie an den Bruchstellen verlassen und sich so durch das Gebäude bewegen können.

Geyer hatte auch kritisiert, dass es keine Lösung für das Rattenproblem in Stuttgart gebe: "Wir haben im Stadtgarten schon seit Jahren Ratten." Partygäste ließen Essensreste zurück - "das ist natürlich ideal für Ratten".

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