Unwetter-Chaos im Südwesten: Zahlreiche Schäden und Flugausfälle

Stuttgart - Gewitter mit Starkregen und Hagel ziehen am Wochenende erneut über den Südwesten und richten zahlreiche Schäden an. Und schon zum Wochenstart drohen neue Unwetter.

Autos fahren nach einem schweren Unwetter über eine überflutete Straße bei Heilbronn.
Autos fahren nach einem schweren Unwetter über eine überflutete Straße bei Heilbronn.  © DPA

In der Nacht zum Montag stürzten etwa im Rhein-Neckar-Kreis zahlreiche Bäume um. Es sei aber niemand worden, teilte die Polizei in Mannheim am Morgen mit.

Wegen eines Oberleitungsschadens sei auch die S-Bahnstrecke zwischen Waibstadt und Aglasterhausen gesperrt. Der Deutschen Bahn zufolge wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Polizei und Feuerwehr waren wegen des Unwetters im Dauereinsatz. In Meckesheim stürzte demnach eine zehn Meter hohe Tanne gegen ein Haus, und in Waibstadt fiel kurzzeitig der Strom aus. In Sinsheim sei ein Bach über die Ufer getreten und habe eine Straße mit einer Schlammschicht überzogen.

Auch eine Kreisstraße sei überflutet worden, so die Polizei. Für die Säuberungs- und Aufräumarbeiten seien mehrere Straßen gesperrt worden. Die Schadenshöhe war noch unklar.

Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Baden-Airport) kam es wegen einer Unwetterwarnung zu vier Flugausfällen. 560 Menschen mussten daraufhin teilweise in Hotels übernachten. Für einige Passagiere seien in der Nacht zum Montag auch Feldbetten bereitgestellt worden, sagte ein Polizeisprecher in Offenburg. Wann die Menschen weiterreisen können, war zunächst unklar.

Nach einem schweren Unwetter steht Atmet Acer auf dem Geländer einer KFZ-Reparaturwerkstatt und zeigt seinen Autoschlüssel. Er freut sich, weil er seinen BMW 7er noch aus dem hohen Wasser herausfahren konnte.
Nach einem schweren Unwetter steht Atmet Acer auf dem Geländer einer KFZ-Reparaturwerkstatt und zeigt seinen Autoschlüssel. Er freut sich, weil er seinen BMW 7er noch aus dem hohen Wasser herausfahren konnte.  © DPA

Bereits am Sonntagabend war ein heftiges Gewitter über Reutlingen hinweggezogen und hatte Feuerwehr und Rettungsdienst in Atem gehalten. Wegen starken Regens liefen Keller mit Wasser voll, eine Straße wurde überflutet.

Der Feuerwehr zufolge musste auch ein Wohnhaus evakuiert werden, nachdem aufgrund des Wasserdrucks die Bodenplatten angehoben wurden. An den Gebäudewänden bildeten sich demnach erhebliche Risse. Die Bewohner kamen bei Verwandten unter. In das Dachgeschoss eines anderen Wohnhauses schlug ein Blitz ein. Insgesamt waren rund 180 Feuerwehrleute im Einsatz.

Nach den Unwettern der vergangenen Tage rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiterhin mit teils heftigen Gewittern.

Da zur warmen Luft über dem Südwesten im Tagesverlauf feuchte Atlantikluft hinzukomme, könnten sogenannte Superzellen entstehen, sagte ein Meteorologe des DWD am Montagmorgen in Stuttgart. Diese gehen demnach mit schweren Sturmböen und Hagel mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern einher. Außerdem können in kurzer Zeit bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

Den Angaben zufolge liegen die Höchsttemperaturen am Montag zwischen 23 Grad im Bergland und 28 Grad am Oberrhein. Auch am Dienstag bleibe es wechselhaft, sagte der DWD-Meteorologe. Erst am Mittwochnachmittag sei mit einer Beruhigung zu rechnen. Von Donnerstag an bleibe es aber trocken, hieß es.

Blitze eines über das Elsass und Südbaden ziehenden Gewitters zeichnen sich hinter der Ruine der Burg von Staufen im Breisgau am Himmel ab.
Blitze eines über das Elsass und Südbaden ziehenden Gewitters zeichnen sich hinter der Ruine der Burg von Staufen im Breisgau am Himmel ab.  © DPA
Blitze hinter Tamm und Bietigheim-Bissingen.
Blitze hinter Tamm und Bietigheim-Bissingen.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

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