Stutthof-Prozess: 92-Jähriger soll gegen 93-Jährigen aussagen

Hamburg - Im Hamburger Prozess gegen einen früheren Wachmann im KZ Stutthof soll am Mittwoch ein ehemaliger jüdischer Häftling des Lagers bei Danzig als Zeuge aussagen.

 Der Angeklagte wird vor Beginn des Prozesses in einem Rollstuhl in den Gerichtssaal gebracht.
Der Angeklagte wird vor Beginn des Prozesses in einem Rollstuhl in den Gerichtssaal gebracht.  © Daniel Reinhardt/dpa

Der 92-jährige Henri Zajdenwerger gilt als der letzte Stutthof-Überlebende in Frankreich.

Dem 93 Jahre alten Angeklagten wird Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vorgeworfen.

Durch seinen Wachdienst von August 1944 bis April 1945 soll er "die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt" haben.

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Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Gefangenen zu verhindern.

Der Prozess läuft seit Mitte Oktober vor einer Jugendstrafkammer am Landgericht, weil der Beschuldigte zur Tatzeit 17 bis 18 Jahre alt war (TAG24 berichtete).

Die Kammer hat bereits vier Überlebende aus Polen, Israel und Australien gehört (TAG24 berichtete), sowie die schriftlich übermittelte Erklärung eines Norwegers verlesen.

Zuletzt hatte die 89-jährige Rosa Bloch aus Israel am vergangenen Freitag berichtet, wie sie in dem Lager beinahe ermordet worden wäre. Den Wachleuten im Lager werde sie nie verzeihen, erklärte sie.

Der 93 Jahre alte ehemalige SS-Wachmann ist wegen Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen angeklagt.
Der 93 Jahre alte ehemalige SS-Wachmann ist wegen Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen angeklagt.  © Daniel Reinhardt/dpa

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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