Verrät das Telefon den Huren-Mörder?

Die Spurensuche der Mordkommission Freitag am Tatort in Pieschen.
Die Spurensuche der Mordkommission Freitag am Tatort in Pieschen.

Von Uwe Garten

Dresden - Er ist noch immer auf freiem Fuß. Dabei fahndet die Mordkommission mit Hochdruck nach dem Killer der Prostituierten Ramona D. (43). Die Ermittlungen erfolgen unter größter Geheimhaltung. Klar ist: Die Suche nach der Tatwaffe, ein Messer, läuft im Umfeld weiter.

Außerdem die Auswertung der Telefone der Hure. Möglicherweise war der letzte Anrufer der letzte Freier und somit vielleicht der Mörder. Staatsanwalt Jan Hille: „Die Todesursache resultiert aus Stichverletzungen. Wir ermitteln wegen Totschlags, stehen erst am Anfang.“

Die Mutter eines Sohnes (26) aus Meißen war in der Nacht zu Donnerstag in einer Einraumwohnung im Erdgeschoss an der Micktner Straße niedergestochen worden.

Ihr Partner Mario B. (34) hatte sie nach Mitternacht leblos im Bett entdeckt. Er holte danach einen Kumpel zu Hilfe, der auch die Polizei rief (MOPO berichtete).

Hinter dieser Tür wurde die Hure erstochen.
Hinter dieser Tür wurde die Hure erstochen.

Der grausame Tod der ehemaligen Bürokauffrau wirft im Stadtteil viele Fragen auf - ob in Kneipen, Spielhallen, bei Anwohnern oder im Rotlicht-Milieu.

Ist der Verbrecher ein Hasser des horizontalen Gewerbes? War das eine Beziehungstat? Wurde die Frau erpresst? War ein Freier unzufrieden, forderte er Geld von ihr?

Fassungslos reagierten auch Bekannte in der Heimatstadt der Toten. Ein Nachbar: „An einem Grillabend erzählte Ramona, dass sie in Dresden einen Massagesalon betreibt. Mit Russen habe sie die Bannmeile abgesteckt.“ Gestern ging die Spurensuche der Mordkommission in ihrer Wohnung weiter.

In der Straße steht auch noch ihr silberfarbener Mitsubishi Galant, den sie sich im Dezember gekauft hatte. Ein Ermittler: „Wir haben weiteres Material mitgenommen, um mit Spezialgeräten nach verwertbaren Spuren zu suchen.“

Fotos: Ove Landgraf


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