Wird der Südring wieder zur Baustelle?

2005 feierten Bürger, Behörden und CVAG den Südring-Weiterbau bis zur Augustusburger Straße.
2005 feierten Bürger, Behörden und CVAG den Südring-Weiterbau bis zur Augustusburger Straße.

Von Bernd Rippert

Chemnitz - Neue Hoffnung für den Südring. Die seit Jahren brachliegenden Pläne für den Weiterbau der Umgehungsstraße kommen wieder in Schwung. Schon bald beginnt die zuständige Projektgesellschaft mit der Vermessung der Grundstücke für den Weiterbau im Nordosten.

Die Grundstücksbesitzer in Chemnitz und Niederwiesa hat Baubürgermeister Michael Stötzer (43) bereits informieren lassen. Von Dezember bis Februar wird der Staatsbetrieb Deges ein Bodenprofil erstellen. Kosten: rund 30.000 Euro.

CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (48) atmet auf: „Endlich wird wieder etwas getan.“ Doch mit einem baldigen Baubeginn für das Millionenprojekt rechnet der Politiker nicht: „Erst muss das Bundesverkehrsministerium einen ,Gesehen-Vermerk‘ geben, dann kann die Planfeststellung beginnen.“

Laut Deges etwa 2017. Ulbrich: „Mit dem Baubeginn ist ab 2018 zu rechnen - wenn alles gut geht.“

Er freut sich auf die Verlängerung des Südrings: Baubürgermeister Michael Stötzer (43).
Er freut sich auf die Verlängerung des Südrings: Baubürgermeister Michael Stötzer (43).

Der Südring endet im Osten an der Augustusburger Straße, soll über Dresdner und Frankenberger Straße verlängert werden. Eine Anbindung an die Autobahn 4 wird noch untersucht.

2012/13 waren die Baupläne gestoppt worden. Gründe: Die Stadt musste sich erst entscheiden, ob sie eine Auf- und Abfahrt Euba will. Die Stadt sagte Ja und muss die zwei Millionen Euro Mehrkosten selbst tragen.

Außerdem gab es Probleme mit der zu groß geplanten Kreuzung Südring/Dresdner Straße. Die Anbindung ist jetzt reduziert. Außerdem waren längst erstellte Umweltstudien inzwischen veraltet und mussten erneuert werden.

Die Deges, die das Pannenprojekt 2013 übernommen hatte, ist guten Mutes. Pressesprecherin Etta Weiner: „Planungen zum Südring laufen auf Hochtouren.“

Vollgas am Südring

Kommentar von Bernd Rippert

Der Südring bleibt noch auf Jahre hinweg unfertig. Immerhin bewegt sich jetzt wieder etwas. Es sieht so aus, als ob wir irgendwann doch einmal von A 4 bis A 72 durchfahren könnten.

Zeit wird es. Die Chemnitzer warten seit Jahren auf den Ringschluss des Rings. Doch noch immer endet der sogenannte Südverbund an der Bahnstraße und an der Augustusburger Straße.

Jahrelang schoben sich die Beteiligten - Bund, Land und Stadt - gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Dabei hatten alle Seiten Fehler gemacht, die den Weiterbau Jahr für Jahr verzögerten.

Wir alle können nur hoffen, dass sich die Behörden am Riemen reißen und Vollgas geben beim Südring. Dann kann man in absehbarer Zeit von jeder Seite alle südlichen Stadtteile erreichen, ohne durch das Zentrum zu zuckeln. Das spart Zeit, Sprit und entlastet die Luft.

Wenn es jetzt nichts wird mit dem Weiterbau, werden erst unsere Kinder und Enkel einen fertigen Südring erleben. Wenn es dann überhaupt noch Autos gibt, die diese Straße benötigen.

Fotos: Sven Gleisberg, Peter Zschage, Uwe Meinhold


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