Vater saß wegen Mord an seinem Sohn (†19) im Gefängnis: Kurz vor seinem Tod kommt die bittere Wahrheit heraus

Sunderland (England) - Sein Leben muss nach dem Mord an seinem Sohn (†19) ein einziger Albtraum gewesen sein. Doch drei Tage bevor Robert S. starb, konnte er noch die Wahrheit erfahren, was vor über 14 Jahren wirklich geschehen war, berichtet "BBC".

Robert S. ging nach dem Tod seines Sohnes durch die Hölle (Symbolbild).
Robert S. ging nach dem Tod seines Sohnes durch die Hölle (Symbolbild).  © 123RF

Es war im Januar 2004, als Scott P. im Alter von nur 19 Jahren brutal aus dem Leben gerissen wurde. In der englischen Stadt Sunderland wurde der Teenager so heftig mit einem Baseballschläger verprügelt, dass er seinen Verletzungen kurze Zeit später im Krankenhaus erlag.

Schnell fiel der Verdacht auf seinen Vater Robert S., der nicht nur mit dem überraschenden Tod seines Sohnes konfrontiert wurde, sondern auch noch 16 Wochen lang in seiner tiefen Trauer, in der Untersuchungshaft verbringen musste.

Die Staatsanwaltschaft sah damals jedoch keine "realistische Chance" für eine Verurteilung und der mutmaßliche Täter Robert S. wurde 2005 formal freigesprochen. Aber in Sunderland glaubte kaum jemand, dass er nicht der Täter war, weshalb Robert S. sein restliches Leben lang Angst hatte, auf der Straße angegangen zu werden.

Im Juli 2018 kam es zu einer völlig überraschenden Wendung: Karen T. (36) tauchte bei der Polizei auf und bekannte sich des Mordes an Scott P. für schuldig.

Robert S. erlebte noch, wie sein Ruf rein gewaschen wurde

Karen T. stellte sich überraschend der Polizei.
Karen T. stellte sich überraschend der Polizei.  © Northumbria Police

Sie erklärte den Beamten, dass der 19-Jährige ihr seinerzeit eine geringe Geldsumme schuldete, weshalb sie 2004 nach Sunderland fuhr und ihn dort zu Tode prügelte.

Robert S. starb wenige Tage, bevor Karen T. am 1. Oktober verurteilt wurde. So erfuhr er zwar noch die bittere Wahrheit, lebte jedoch nicht mehr, als die Angeklagte zu 17,5 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Für Robert S. dürfte das Urteil weniger wichtig gewesen sein, als die Tatsache, dass er und die ganze Welt endlich die Wahrheit erfuhren.

Der Vater ließ bei dem Prozess schriftlich erklären, dass er Angst hatte, in der Innenstadt von Sunderland herumzulaufen, aus Angst, für ein Verbrechen beschuldigt zu werden, das er nicht begangen hatte.

Der Polizist John Bent von der Polizei aus Northumbria sagte: "Unser aufrichtiges Beileid gilt der Familie von Robert S., die nur wenige Tage, nachdem die Mörderin seines Sohnes vor Gericht gestellt wurde, mit den verheerenden Nachrichten über seinen Tod konfrontiert wurde... Wir werden der Familie weiterhin unsere Unterstützung anbieten."


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