Sachsen entwickeln diesen 477 PS-Super-Flitzer

Zur Radeberger Zwei-Mann-Firma VSpeed und ihrem gleichnamigen Flitzer gehören Andreas Schubert (37, li.) und Bernd Nömer (58, re.).
Zur Radeberger Zwei-Mann-Firma VSpeed und ihrem gleichnamigen Flitzer gehören Andreas Schubert (37, li.) und Bernd Nömer (58, re.).

Von Torsten Hilscher

Radeberg - Porsche fahren war gestern - wenn es nach den Schraubern von Vspeed aus Radeberg geht. Die beiden Ingenieure Bernd Nömer (58) und Andreas Schubert (37) haben den V77 entwickelt, ein Straßenraubtier mit 477 PS. Und das ist erst der Anfang.

„Wrrrommm, wrrrommmmm“ - der V77 ist auf dem Sprung. Bernd Nömer am Steuer reißt den Holzknauf der Kupplung in Position - schon geht die Sause ab. Kurz hinter Radeberg darf er seinen Kräften freien Lauf lassen.

Brüllend schießt das flache Gefährt durch die Lausitzer Hügellandschaft. Überall neugierige Blicke. Ein zufällig entgegenkommender Ferrari bleibt vor Staunen fast stehen!

Nömer und sein Konstrukteur Schubert haben für diese Tour das Dach abgebaut. Jetzt ähnelt der V77 obenrum einem Porsche Targa. Die vorderen Leuchten hingegen erinnern an einen Schlitten der Dresdner Rennwagenschmiede Melkus, was aber die Leute bei Vspeed gar nicht gern hören.

Der VSpeed auf einer Teststraße bei Radeberg.
Der VSpeed auf einer Teststraße bei Radeberg.

„Der V77 sieht einfach aus wie Wagen dieser Kategorie in den 1960ern und 1970ern“, so Schubert. Aber natürlich kennt man sich. Bis zur Flut 2013 residierte Vspeed unweit einer Melkus-Werkstatt in der Landeshauptstadt.

Vspeed gibt es jetzt fünf Jahre. „Vater“ des Autos ist Nömer, der, hörbar aus der Mannheimer Gegend kommend, sich mit dem Projekt auch einen Schraubertraum erfüllt. Denn er ist kein Auto-Ingenieur.

„Die Dresdner Region habe ich gewählt, weil es hier die Technische Universität gibt.“ Auch Mitstreiter Schubert hat an der TU studiert.

Bislang verdient Vspeed sein Geld mit dem Prototypenbau für andere und Konstruktionsaufträgen für die TU. Einen Blick in ihre Werkstätten gestatten Nömer und Schubert darum nicht.

Die Basis des V77 ist eine Corvette (US-Sportwagen) - aber die wird mächtig verändert. Nicht nur am Motor. Die Karosserie kommt aus Chemnitz, der Modellbauer sitzt in Ohorn.

Der V77 von der Probefahrt ist übrigens der bislang einzige - ein Prototyp. „Wir wollen nur 12 Stück bauen“, sagt Nömer. Es gehe los, wenn 6 bis 7 Bestellungen zusammen sind.

Bislang gibt es nur Vorbestellungen. Kosten soll ein V77 übrigens 177.000 Euro. Ein Nachfolger ist auch schon geplant: der V88. Er soll 800 PS haben, 277 000 Euro kosten. Von ihm gibt‘s bisher nur 3D-Modelle. Geplante Stückzahl: ganze 5.

Grundlage für das Auto ist eine Corvette. Von hinten ist das am besten zu sehen.
Grundlage für das Auto ist eine Corvette. Von hinten ist das am besten zu sehen.
Auch von innen ein echter Hingucker.
Auch von innen ein echter Hingucker.

Fotos: Eric Münch


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