Experte schätzt ein: Ist der Babybrei-Erpresser schuldfähig?

Ravensburg – Ein psychiatrischer Sachverständiger hält den mutmaßlichen Supermarkt-Erpresser vom Bodensee für schuldfähig.

Laut einem psychiatrischen Gutachter wird der Babybrei-Erpresser trotz Borderline als schuldfähig betrachtet,
Laut einem psychiatrischen Gutachter wird der Babybrei-Erpresser trotz Borderline als schuldfähig betrachtet,  © DPA

Am Montag trug Hermann Assfalg sein Gutachten, das unter anderem auf einem rund dreistündigen Gespräch mit dem Angeklagten sowie Prozessbeobachtungen fußt, vor dem Landgericht Ravensburg vor. (TAG24 berichtete)

Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung des 54-Jährigen schloss Assfalg aus. Kriterien unter anderem für eine narzisstische Störung seien hingegen gegeben - allerdings nicht in einem Maß, dass sie den Willen des Angeklagten nachhaltig beeinträchtigt hätten.

Die Voraussetzungen für die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik seien damit nicht erfüllt, so der Gutachter.

Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte vor rund einem Jahr versucht, 11,75 Millionen Euro von Handelsunternehmen zu erpressen. (TAG24 berichtete)

Er gab in der Hauptverhandlung zu, dafür fünf Gläser mit vergifteter Babynahrung in Supermärkten in Friedrichshafen platziert zu haben. (TAG24 berichtete) Der mutmaßliche Erpresser hatte sich in der Verhandlung mehrfach auf eine attestierte Borderline-Persönlichkeitsstörung berufen und so auch sein Handeln zu erklären versucht.

Die Betroffenen gelten als emotional instabil und neigen dazu, Impulse ohne Rücksicht auf Konsequenzen auszuleben. (TAG24 berichtete)

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0