Sie verprügelten Ladendiebe: diese Strafen erhalten die Supermarkt-Schläger

Berlin - Sie übten Selbstjustiz und verprügelten zahlreiche Ladendiebe mit ihren Quarzhandschuhen. Heute endete der Gerichtsprozess gegen drei Mitarbeiter eines Berliner Supermarkts.

Heute fiel das Urteil im Fall der Supermarkt-Schläger. (Symbolfoto)
Heute fiel das Urteil im Fall der Supermarkt-Schläger. (Symbolfoto)

Vorgeworfen wurde den Angeklagten folgendes: Als stellvertretende Filialleiter von zwei Berliner Supermärkten hatten sie in der Zeit von Juli 2015 bis September 2016 immer wieder Ladendiebe ertappt.

Doch anstatt diese einfach der Polizei zu übergeben, verprügelten sie ihre Opfer mit Quarzhandschuhen (schlagverstärkende Handschuhe). Insgesamt 15 solcher Übergriffe soll es gegeben haben, in den meisten Fällen auf Obdachlose.

Während des Prozesses hatten die Angeklagten im Alter von 32 bis 37 Reue gezeigt und Bedauern geäußert. Unter anderem deshalb erhielten sie wohl Bewährungsstrafen zwischen 12 und 22 Monaten.

"Die Angeklagten haben erkannt, dass sie einen falschen Weg eingeschlagen hatten", hieß es dazu im Urteil.

Auch der Filialleiter schlug zu – mit Todesfolge

Bereits vor zwei Jahren wurde ein zusammenhängender Fall verhandelt. Hier hatte der damalige Filialleiter in einem Geschäft in Lichtenberg einen Obdachlosen beim Diebstahl von Alkohol erwischt.

Auch er schlug zu, direkt ins Gesicht des Obdachlosen. Drei Tage später starb dieser – auch an der Folge des Schlags, wie das Landesgericht feststellte.

Der Filialleiter wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Der Fall wurde am Landgericht Moabit verhandelt.
Der Fall wurde am Landgericht Moabit verhandelt.  © Britta Pedersen/ZB/dpa

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