Linken-Chefin bei Markus Lanz: "Bereue Wurf von Blumenstrauß keine Sekunde"

Erfurt/Hamburg - Die Thüringer Linke-Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow bereut es nicht, dem FDP-Politiker Thomas Kemmerich nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten Blumen vor die Füße geworfen zu haben.

Anstatt Thomas Kemmerich zu gratulieren, hatte die Linken-Politikerin ihm den Blumenstrauß vor die Füße geworfen.
Anstatt Thomas Kemmerich zu gratulieren, hatte die Linken-Politikerin ihm den Blumenstrauß vor die Füße geworfen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Man könne Kemmerich nicht nur einfach Naivität unterstellen, sagte Hennig-Wellsow am Mittwoch bei Markus Lanz. Auf die Frage, warum er ihrer Meinung nach die Wahl annahm, sagte Hennig-Wellsow: "Ich glaube, es war reine Machtgeilheit."

Sie habe sich daran erinnert, wie wenige Tage vor der Ministerpräsidentenwahl im Landtag noch zusammen mit Überlebenden an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald gedacht wurde.

Als das Wahlergebnis verkündet wurde, habe sie "tiefe Verachtung" gegen Kemmerich empfunden. Ihre Aktion mit dem Blumenstrauß bereue sie daher "keine Sekunde". Als Faschisten bezeichnen würde Hennig-Wellsow Thomas Kemmerich aber auf keinen Fall, führte sie weiter aus. Aber er habe einkalkuliert, dass er mit den Stimmen der AfD gewählt werden könnte.

Die Bedrohungen, die nicht nur Kemmerich, sondern auch seine Frau und viele andere FDP-Politiker erfahren, seien schlimm und nicht zu rechtfertigen, aber auch Politiker anderer Parteien seien Opfer davon. So seien junge Abgeordnete von der AfD in Fahrstühlen belästigt worden.

Zu Gast bei Markus Lanz war neben der Vorsitzenden der Linken in Thüringen auch Thüringens Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU). Er versuchte in der Sendung zu erklären, warum die CDU nicht mit der Linken kooperieren wolle, bezeichnete die Partei dabei als "Verlierer". Susanne Hennig-Wellsow wollte das nicht so stehen lassen: "Wollen Sie jetzt allen Ernstes behaupten, dass wir die Verlierer sind, mit 31 Prozent? Ich finde die Debatte total abstrus", fuhr sie aus der Haut.

Es helfe nicht weiter, die Debatte immer wieder aufrecht zu erhalten, sondern man müsse "endlich mal darüber nachdenken, wie wir zu einer neuen Regierung kommen", führte sie weiter aus und erntete dafür großen Applaus aus dem Publikum.

Auf Twitter gab es zu der Talkrunde heftige Diskussionen und besonders zu Susanne Hennig-Wellsow. "Also entweder war das Publikum linksextrem oder der gebührenbezahlte Anklatscher. Wie kann man bei so einer Person klatschen?", oder "Cool... ab sofort ist man ein Nazi, wenn man freundlich ist", heißt es so unter anderem.

Denn die Chefin der Linken hatte nicht nur erklärt, wie Nazis mit Gewalt einschüchtern würden, sondern auch das "extreme Gegenbeispiel" nutzen und besonders freundlich sein würden, so Hennig-Wellsow.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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