Trainer brach Olympiasiegerin die Finger, um "ihre Leistung zu verbessern"

Suwon - Depressionen, Angstzustände, Schlafstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen: Mit diesen Dingen hat die südkoreanische Shorttrack-Olympiasiegerin Shim Suk Hee jetzt zu kämpfen. Das alles wegen ihrem Trainer.

Shim Suk Hee hat endlich den Mut aufbringen können, gegen ihren Trainer auszusagen.
Shim Suk Hee hat endlich den Mut aufbringen können, gegen ihren Trainer auszusagen.  © DPA

Bei einer Anhörung vor dem Gericht von Suwon sagte sie aus, dass ihr Trainer Cho Jae Beom sie jahrelang misshandelte, genau genommen seit sie sieben Jahre alt war.

Demnach habe er sie ständig geschlagen, beschimpft und getreten. Oft eskalierte die Situation noch mehr. Einmal brach ihr Trainer der heute 21-Jährigen mit einem Eishockeyschläger die Finger. Kurz vor den Winterspielen in Pyeongchang trat Cho Jae Beo ihr so sehr gegen den Kopf, dass die Frau dachte, dass sie sterben muss.

Trotz, dass sie von letzterem Angriff eine Gehirnerschütterung davongetragen hatte, gewann sie mit der Staffel Olympiagold.

Das hatte womöglich ihren Ausbilder bestätigt. Wie der Trainer bereits gestanden hatte, hatte er Shim und weitere Athleten deswegen misshandelt, um "ihre Leistung zu verbessern”.

Shim befindet sich heute in psychologischer Behandlung. Jetzt erst hatte sie den Mut aufgebracht, vor Gericht gegen ihren Coach auszusagen. In einem ersten Prozess war der Angeklagte bereits zu zehn Monaten Haft verurteilt worden. Er ging allerdings in Berufung.


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