Zoff um "Nazischweine": Fußballverband räumt Fehler ein

Im Spiel gegen den FC Energie Cottbus kam es im Karl-Liebknecht-Stadion zu Ausschreitungen.
Im Spiel gegen den FC Energie Cottbus kam es im Karl-Liebknecht-Stadion zu Ausschreitungen.  © DPA

Potsdam - Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hat einen Antrag beim eigenen Verbandsgericht auf ein Verfahren gegen den Regionalligisten Babelsberg 03 gestellt. Das teilte der betroffene Brandenburger Verein mit. Der NOFV bestätigte das am Mittwoch.

Streitpunkt ist ein verhängtes Strafgeld in Höhe von 7000 Euro, die der Viertligist nicht zahlen will und damit eine Spielsperre riskiert. Das Abbrennen von Pyrotechnik und "Nazischweine"-Rufe der Babelsberger Fans beim Spiel gegen Energie Cottbus im April vorigen Jahres sind Gegenstand der Auseinandersetzung.

Der Antrag des NOFV-Präsidiums an das Verbandsgericht, "die Mannschaft des SV Babelsberg 03 in der Regionalliga Nordost bis zur Erfüllung der Zahlungspflichten vom Meisterschaftsspielbetrieb zu sperren", habe den Verein am Dienstag erreicht, teilte der Verein mit. "Zudem wird uns durch NOFV-Gerichtspräsident Jürgen Lischewski mitgeteilt, dass er uns bis zum 14. Februar Gelegenheit zu Stellungnahme gibt", hieß es in einer Pressemitteilung der Babelsberger weiter.

Der Regionalligist akzeptiert das Urteil wegen des Abrennens von Pyrotechnik. Er wendet sich aber dagegen, dass es in der Urteilsbegründung des NOFV eine Gleichsetzung zwischen den Naziparolen der Cottbuser Fans und der Abwehr darauf durch die eigenen Anhänger ("Nazischweine raus") gegeben hätte.

Am Vortag hatte Babelsberg seine Fans um Spenden gebeten, um die zu erwartenden Gerichts- und Anwalts-Kosten zu mildern (TAG24 berichtete). Am Donnerstag wollen sich Verbandsvertreter in Rangsdorf äußern.

Update, 19:45 Uhr

Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hat einen aus seiner Sicht "stilistischen" Fehler beim Urteil des Sportgerichts gegen den Regionalligisten SV Babelsberg 03 eingeräumt. Der Verein sei nicht bestraft worden, weil bei einem Spiel im April 2017 gegen Energie Cottbus aus Reihen der Babelsberger "Nazischweine raus" gerufen worden sei, sagte Stephan Oberholz, Vorsitzender des Sportgerichtes des NOFV, am Donnerstag in Rangsdorf bei Berlin. Dieser Satz sei fälschlich in das Urteil geraten.

Der Fußball-Verband und Babelsberg 03 würden aufeinander zugehen, kündigte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs an. "Wir befinden uns in der Endphase der Vorbereitung für ein gemeinsames Gespräch", sagte er. Ein Termin stehe aber noch nicht fest.


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