Nach Tiefschlaf-Kick: Lilien ringen Erzgebirge und Ex-Coach Schuster kurz vor Schluss nieder

Darmstadt - "Manchmal kommen sie wieder!" So in etwa hätte auch die Überschrift des Heimspiels des SV Darmstadt 98 am 11. Spieltag gegen Erzgebirge Aue lauten können. Denn am Freitagabend gab es ein Wiedersehen mit Ex-Coach Dirk Schuster. Vor 14.095 Zuschauern im Merck-Stadion am Böllenfalltor siegten die Lilien in einem überaus müden Kick im letzten Moment mit 1:0 (0:0).

Darmstadts Torjäger Serdar Dursun (Li.) im Zweikampf mit Aues Philipp Riese.
Darmstadts Torjäger Serdar Dursun (Li.) im Zweikampf mit Aues Philipp Riese.

Den spielentscheidenden Treffer erzielte Dario Dumic (87.).

Schusters Nachfolger auf der Trainerbank der Lilien - Dimitrios Grammozis - stellte seine Startformation nach dem Dreier auf St. Pauli (1:0/TAG24 berichtete) auf nur einer einzigen Position um. Marcel Heller musste Platz für Tobias Kempe machen, der somit auf seinen Bruder Dennis traf.

Die Anfangsphase: Eher Fußball-Frust, als Fußball-Fest. Hauptsächlich spielte sich das Geschehen in der Mitte des Spielfeldes ab, wahrhafte Torchancen konnten in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht auf dem schlauen Zettel notiert werden. Dennoch machten die Lilien in dieser Phase den besseren Eindruck.

Und auch im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs waren es vor allem die großartig aufgelegten Darmstädter Fans, die im Stadionrund für mächtig Betrieb sorgten. Was auf dem Rasen geschah, ließ den neutralen Zuschauer dagegen eher in Lethargie verfallen.

Zwar kein absoluter Schreckmoment für die Gäste, dennoch brachten die Hausherren doch die erste halbwegs erwähnenswerte Möglichkeit zustande. Mathias Honsak bediente Fabian Holland, der im Auer Strafraum lauerte, ballerte seinen Schuss jedoch weit am gegnerischen Kasten vorbei (28.). Letztlich hatte Schiedsrichter Manuel Gräfe ein Einsehen und beendete Durchgang eins mit dem wenig überraschenden 0:0-Zwischenstand.

Erst Ballgeschiebe, dann mutiert Dario Dumic zum "Man of the Match"

Darmstadts Tobias Kempe (Re.) zeigt sich im Duell mit Aues Sören Gonther wahrhaft artistisch.
Darmstadts Tobias Kempe (Re.) zeigt sich im Duell mit Aues Sören Gonther wahrhaft artistisch.

Personell unverändert gingen beide Mannschaften die zweiten 45 Minuten. Doch anstatt etwas aus der müden ersten Halbzeit gelernt zu haben, besannen sich die Akteure auf dem Feld wohl eher auf die bisherigen drei Aufeinandertreffen in Darmstadt zwischen beiden Teams - da gab es lediglich vier Tore.

In Spielminute 56 wurde es dann aber doch einmal brenzlig - und zwar im Darmstädter Strafraum. Tom Baumgart spurtete nach feiner Vorarbeit in den Sechzehner und wollte auf den einschussbereiten Pascal Testroet quer legen. Dies verhinderte Dario Dumic jedoch mit einem gut getimten Tackling. Von hier an wurden zumindest die Gäste aus dem Erzgebirge wacher.

Dem wollte Grammozis mit seinem ersten Wechsel entgegenwirken: Tim Skarke ersetzte Honsak (64.). Ob es diesem Spielertausch geschuldet war, bleibt anzuzweifeln, dennoch verflachte das Spiel nach selbigem umgehend, ein torloses Remis drohte.

Neuzugang Erich Berko sollte in der Schlussviertelstunde nochmal Dampf auf Seiten der Hausherren machen. Er kam für Marvin Mehlem (77.). Doch auch hier stellte sich nicht der erwünschte Effekt ein, der Coach des SVD zog somit seine letzte Option und brachte Fabian Schnellhardt für Paik Seung-ho (83.).

Nach gleich zwei geforderten Elfmetern seitens der Lilien, fiel dann doch noch der Führungstreffer für die Hausherren. Nach einer Ecke von Kempe, nickte Dumic aus vier Metern Entfernung knallhart per Kopf ein - 1:0 für die Darmstädter, Wahnsinn! Damit sicherte der Bosnier seinem neuen Arbeitgeber zeitgleich auch den zweiten Sieg in Serie.

Schon am Dienstag (29. Oktober/20.45 Uhr) geht es für die Grammozis-Elf im DFB-Pokal an den Start. Zu Gast ist der Karlsruher SC. Am darauffolgenden Samstag (2. November/13 Uhr) sind die Südhessen dann bei Greuther Fürth zu Gast.

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