Auswärts-Fluch besiegt: Lilien entführen drei Zähler aus Hannover

Hannover - Der Auswärts-Fluch ist vorerst besiegt! Zum Abschluss des 14. Spieltages der 2. Fußball-Bundesliga siegte der SV Darmstadt 98 in der spärlich besuchten HDI Arena mit 2:1 (2:1) gegen Hannover 96. Vor 22.100 Zuschauern sorgten Waldemar Anton (ET/4.), Genki Haraguchi (14.) und Tobias Kempe (29.) für die Treffer. Marc Stendera (Hannover 96) flog mit Gelb-Rot vom Platz (90.+2).

Lilien-Kicker Serdar Dursun (rechts) bejubelt den 2:1-Treffer von Teamkollege Tobias Kempe.
Lilien-Kicker Serdar Dursun (rechts) bejubelt den 2:1-Treffer von Teamkollege Tobias Kempe.

Nach dem nur knapp verpassten Heimsieg und dem 2:2 (0:1)-Remis gegen den SSV Jahn Regensburg tauschte Coach Dimitrios Grammozis nur ein einziges Mal - Mathias Honsak nahm für Marvin Mehlem Platz auf der Bank.

Und besser hätten die Spieler das in sie gesetzte Vertrauen kaum nutzen können. Nach klasse Umschaltspiel flankte Kempe von links in den Strafraum, wo er Mehlem fand. Dessen Schuss wurde schließlich von Anton ins Hannoveraner Tor abgefälscht - 1:0 für die Lilien (4.).

Die Antwort der Hausherren ließ aber nicht lange auf sich warten. Die allgemeine Verwirrung im Strafraum des SVD nach einer Ecke von Florent Muslija nutzte Haraguchi für einen Rechtsschuss, der letztlich hinter Keeper Marcel Schuhen einschlug - alles war wieder ausgeglichen (14.).

Nach dem fulminanten Auftakt blieben die Gäste das spielbestimmende Team - und belohnten sich nach einer längeren Phase ohne nennenswerte Chancen doch noch selbst. Ein schnell ausgeführter Freistoß landete zunächst bei Fabian Hollland, der Serdar Dursun im Strafraum bediente. Der wiederum legte mustergültig auf Kempe ab, der Hannover-Schlussmann Ron-Robert Zieler mit seinem Gewaltschuss keine Chance ließ - 2:1, die Lilien damit wieder ein Führung (29.).

Davon zeigten sich die Hannoveraner deutlich gezeichnet, eine Reaktion blieb bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Martin Thomsen aus. Die Führung für die Lilien war zu diesem Zeitpunkt durchaus verdient.

Mit einer personellen Veränderung ging es für die Lilien in den zweiten Durchgang: Yannick Stark ersetzte Paik Seung-ho. Den besseren Start erwischten mit eine vielversprechenden Chance für Haraguchi (50.) aber die Gastgeber.

Hannover macht Druck, Darmstadt hält erfolgreich Stand

Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler (am Boden) und Lilien Kicker Marvin Mehlem im Clinch.
Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler (am Boden) und Lilien Kicker Marvin Mehlem im Clinch.

Kurz darauf bediente Marvin Bakalorz Teamkollege Marvin Duksch mit einem feinen Pass, die Direktabnahme landete aber deutlich über dem Darmstädter Kasten (55.). Die Lilien verlegten sich währenddessen weitestgehend auf die Defensive, was gut gelang, aber durchaus Risiken barg.

Zudem wurden die Ballbesitz-Zeiten der Hessen immer kürzer, eigene Aktionen in Richtung 96er-Tor waren absolute Mangelware.

Dafür wurde es umso ruppiger, wie eine Rudelbildung nach einem Gerangel zwischen Hannovers Duksch und Darmstadt-Kapitän Holland aufzeigte. Für beide gab es kurz vor dem Wechsel - Honsak kam für Tim Skarke (71.) - die Gelbe Karte (69.).

Die Offensiv-Bemühungen der Hausherren hielten auch weiterhin an. Um dem entgegenzuwirken, brachte Grammozis Flügelflitzer Marcel Heller für Torschütze Kempe und hoffte auf einige entlastende Kontersituationen (80.). Dann wurde es kurz vor dem Abpfiff nochmal hektisch.

Ex-Eintracht-Kicker Stendera hatte ein wahres Traumtor erzielt, das Stadion tobte ob des Ausgleiches. Doch Schiedsrichter Thomsen bekam eine Ansage vom Video-Assistenten. Letztlich wurde der Treffer aufgrund eines vorangegangen Kontaktes mit Thomsens Rücken aberkannt, bitter für Hannover (89.). Wenig später sah der angefressene Stendera in kürzester Zeit zwei gelbe Kartons und flog vom Platz (90.+2) - es war der Schlusspunkt in einer kurzweiligen Zweitliga-Partie, bei der ein Remis wohl das verdientere Ergebnis gewesen wäre.

Am 1. Advent (13.30 Uhr) dürfen die Südhessen wieder am heimischen Böllenfalltor anstoßen. Zu Gast ist dann die Arminia aus Bielefeld.

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