Großer Dank: Darum wären die Lilien ohne Hoeneß nicht dort, wo sie heute sind

Darmstadt - Im Jahr 2019 steht der SV Darmstadt 98 als etablierter Klub in der 2. Fußball-Bundesliga da, auch wenn die Truppe von Trainer Dimitrios Grammozis (41) gegen die Abstiegszone kämpft. Im Jahr 2008 sah es für die Lilien jedoch weitaus düsterer aus - die Insolvenz drohte. Wieso man heute wieder gefestigt ist, hat man auch Uli Hoeneß (67) zu verdanken.

Fotomontage: Am Donnerstag richteten die Lilien ganz besondere Ruhestands-Wünsche an Uli Hoeneß.
Fotomontage: Am Donnerstag richteten die Lilien ganz besondere Ruhestands-Wünsche an Uli Hoeneß.

Nach Jahrzehnten in Diensten des FC Bayern München ist der 67-Jährige von seinem Amt als Präsident zurückgetreten und hat sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Doch nicht nur aufgrund dieses Anlasses, hatten die Südhessen ein spezielles Dankeschön für das Münchener Unikat parat.

Auf Twitter schrieb der SVD: "Auch der #sv98 wäre heute ohne das Wirken von Uli Hoeneß nicht dort, wo er ist. Denn der Besuch des @FCBayern im Mai 2008 war für uns überlebensnotwendig. Speziell deshalb sagen wir #DankeUli und wünschen einen wohlverdienten und vergleichsweise entspannten Ruhestand".

Was es mit dieser Botschaft auf sich hat, wird wohl kaum auf dem Radar der vor allem jüngeren Fußball-Fans auftauchen. Wir schreiben den 13. Mai 2008, dem SV Darmstadt 98, der damals in einer tiefen finanziellen Krise samt Insolvenzantrag steckte, war vom Konkurs bedroht. Damals kickten die Lilien in der Oberliga, wurden in dieser Saison Meister und standen vor dem Aufstieg in die Regionalliga Süd.

Währenddessen waren die Bayern mit einer Star-Truppe um Franck Ribéry, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Weltmeister Luca Toni einmal mehr Deutscher Meister geworden. Nick Golüke, Reporter, Regisseur und Filmemacher führte damals eines der ersten Feier-Interviews mit dem Bayern-Macher - und hatte daraufhin, wie die TZ berichtete, eine Idee für die Rettung der Lilien.

20.000 Fans feiern die Lilien, die Bayern und Hoeneß

Auch dank Uli Hoeneß dürfen die Lilien heute wieder in der 2. Bundesliga jubeln.
Auch dank Uli Hoeneß dürfen die Lilien heute wieder in der 2. Bundesliga jubeln.

Golükes Bitte wurde von Hoeneß erhört, binnen acht Tagen wurde alles für ein großangelegtes Benefizspiel im Stadion am Böllenfalltor arrangiert - und 20.000 Fans folgten dem Anlass auf die Ränge des "Bölle".

Auf eine rund 20-minütigen Ansprache des Bratwurst-Millionärs zur Erhaltung von Traditions-Klubs folgte ein Kick voller Emotionen, den die Star-Truppe mit 11:5 souverän gewann. Ribéry und Toni, die anfänglich gar nicht erst mit auf Reisen gehen wollten und schließlich von ihrem Manager zur Mitreise gedrängt wurden, kamen auf dem Rasen zwar nicht zum Einsatz, gaben aber brav Autogramme und alberten zum Amüsement der 20.000 wild herum.

Gespickt war das Geschehen auf dem Rasen von Heiratsanträgen zweier Lilien-Fans an ihre Angebeteten sowie einem Kurzauftritt des Darmstädter Steuerberaters, der für knapp 3000 Euro seine insgesamt sieben Spielminuten auf Ebay ersteigert hatte und sogar eine Torvorlage beisteuern konnte.

200.000 Euro spülte das Match in die Kassen der gebeutelten Lilien, der Konkurs war auch dank Uli Hoeneß und seinen Bayern abgewandt. Der Rest ist Darmstädter Fußball-Geschichte.

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