Waldhofs Kientz schießt gegen Kevin Conrad: "Ein Unding und absolut unprofessionell"!

Mannheim - Der Kapitän schlägt Alarm! Obwohl es bei Drittliga-Aufsteiger SV Waldhof Mannheim sportlich richtig gut läuft, gibt es laut Kevin Conrad (29) intern Unstimmigkeiten.

Sportlich läuft es beim SV Waldhof Mannheim rund. Hinter den Kulissen gibt es allerdings einige Probleme.
Sportlich läuft es beim SV Waldhof Mannheim rund. Hinter den Kulissen gibt es allerdings einige Probleme.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Und zwar wegen der unklaren Vertragssituation von sage und schreibe 16 Spielern. Der "Rhein-Neckar-Zeitung" sagte der Abwehrchef dazu: "Es wird in der Kabine fast über nichts anderes geredet. Natürlich beschäftigt uns das."

Die Situation hat sich zugespitzt, weil es in den vergangenen Wochen und Monaten überhaupt keine erkennbare Entwicklung gab. Das ist für den früheren Chemnitzer ein "Unding".

Der Familienvater will verständlicherweise bald Planungssicherheit haben, auch wenn er aktuell noch sagt: "Es ist noch nicht entschieden, wie es weitergeht".

Conrad, der aus der Region stammt und deshalb gerne bleiben würde, sagt aber auch: "Ich muss meine Familie ernähren".

Für Mannheim wäre es extrem bitter, wenn sich die aktuelle Mannschaft im Sommer in allen Richtungen zerstreuen würde.

Denn der SVW steht nach 24 Spielen auf einem beeindruckenden vierten Tabellenplatz mit 39 Punkten und einem Torverhältnis von 37:28. Besonders stark: keine Mannschaft kassierte weniger Niederlagen, nur die SpVgg Unterhaching liegt mit dem Liga-Neuling gleichauf (drei Pleiten).

Darüber hinaus spielt die individuell hervorragend besetzte Truppe attraktiven Fußball und findet meist gut die Balance zwischen Offensive und Defensive. Das ist wenig verwunderlich, gilt das Klima im Team gemeinhin doch als richtig gut, weshalb Conrad zur momentanen Situation meint: "Hoffentlich geht das nicht kaputt."

SV Waldhof Mannheim muss finanziell offenbar kürzertreten

Der Vertrag von SVW-Erfolgstrainer Bernhard Trares läuft im Sommer aus.
Der Vertrag von SVW-Erfolgstrainer Bernhard Trares läuft im Sommer aus.  © dpa/Uwe Anspach

Er fügt erklärend hinzu: "Wir sind nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde. Ich denke, dass viele gerne bleiben würden, aber es fehlt ihnen an Wertschätzung von Seiten des Vereins."

Doch Jochen Kientz, der Sportliche Leiter befindet sich in einer schwierigen Lage: "Die Spieler, die schon länger hier sind, haben sehr gut dotierte Verträge. In dieser Form geht das nicht mehr. Wir wollen den Klub auf gesunde Füße stellen."

Ob die Leistungsträger, die den Traditionsverein nach 16 Jahren im Amateurbereich wieder in den Profibereich geführt haben, nun aber bereit sind, auf Geld zu verzichten, wenn sie von anderen, vielleicht sogar höherklassigen Klubs umworben werden, ist zumindest fraglich.

Zumal auch ihr Erfolgscoach Bernhard Trares und Kientz selbst nur noch bis zum 30. Juni unter Vertrag stehen. Und die Zeit wird langsam knapp für die Verantwortlichen.

Denn Trares hat dieses Team mit aufgebaut, den Spielstil geprägt und es erst zu dem gemacht, was es jetzt ist: ein extrem unangenehmer Gegner auf hohem Drittliga-Niveau.

Leistungsträger des SV Waldhof Mannheim machen auf sich aufmerksam

Auch Leistungsträger Gianluca Korte (M.) steht vor einer ungewissen Zukunft. Valmir Sulejmanis (r.) Vertrag verlängert sich hingegen automatisch, wenn er auf 20 Einsätze kommt.
Auch Leistungsträger Gianluca Korte (M.) steht vor einer ungewissen Zukunft. Valmir Sulejmanis (r.) Vertrag verlängert sich hingegen automatisch, wenn er auf 20 Einsätze kommt.  © dpa/Uwe Anspach

Damit dürften sowohl er als auch vor allem Offensivspieler wie Valmir Sulejmani (insgesamt zwölf Spiele, sieben Tore, drei Vorlagen), Gianluca Korte (23 Einsätze, fünf Tore, fünf Vorlagen) oder der luxemburgische Nationalspieler Maurice Deville (23 Partien, vier Tore, sechs Assists) Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt haben.

Auch Defensivstützen wie Michael Schultz (26 Spiele, drei Tore) und eben Conrad (24 Einsätze, zwei Tore) sind hier zu nennen.

Dabei können sie und ihre Mannschaftskollegen die Unruhe im Moment so gar nicht gebrauchen.

Schließlich kommt es am kommenden Samstag zum Spitzenspiel beim MSV Duisburg (14 Uhr), ehe man eine Woche später zum brisanten Südwest-Derby den 1. FC Kaiserslautern empfängt.

Diese beiden Partien sind richtungsweisend für den SVW, dessen Fans natürlich vom direkten Durchmarsch in die 2. Bundesliga träumen.

Bei einem Rückstand von nur zwei Punkten auf den Dritten Unterhaching und den Zweiten FC Ingolstadt 04 ist das auch nachvollziehbar. Deshalb sollten sich die Spieler auf das Sportliche konzentrieren können ...

Jochen Kientz zu Kevin Conrads Aussagen: "Es ist ein Unding und absolut unprofessionell"

Waldhof-Kapitän Kevin Conrad (r.) ist mit der unklaren Situation unzufrieden.
Waldhof-Kapitän Kevin Conrad (r.) ist mit der unklaren Situation unzufrieden.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Update, 19. Februar, 19.55 Uhr:

Der SV Waldhof hat sich mit einem Statement zur aktuellen Berichterstattung zu Wort gemeldet. Demzufolge hätten sich am Nachmittag Geschäftsführer Markus Kompp, der Sportliche Leiter Jochen Kientz und Kapitän Kevin Conrad wegen der getätigten Aussagen zu einem klärenden Gespräch getroffen.

Dabei wurde festgehalten: "Es steht außer Frage, dass die Kommunikation und Diskussion in der Öffentlichkeit der falsche Weg ist und es immer das Ziel sein muss, eine interne Klärung im direkten Dialog zu finden."

Deutliche Worte fand Kientz für das Vorpreschen von Conrad: "Es ist ein Unding und absolut unprofessionell diese Aussagen als Kapitän zu tätigen. Gerade als Kapitän und erfahrener Spieler muss sich Kevin über seine Aussagen und deren Wirkung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Der Verein und sein Erfolg stehen über allem. Persönliche Interessen sind insbesondere im Profisport zweitrangig. Die Spieler wissen, dass Sie bei Problemen immer zu mir kommen können und wir seriös mit diesen umgehen. Wir sind uns aber auch beim SV Waldhof Mannheim einig, dass wir uns nicht über eine öffentliche Diskussion zu Entscheidungen treiben lassen werden."

"Kevin war mit seinem Vorgehen sicherlich nicht gut beraten und es war uns wichtig die Diskussionen unsererseits mit der heutigen Aussprache zu beenden, sowie unseren Standpunkt beim SV Waldhof Mannheim zu verdeutlichen. Wir sind sehr glücklich, dass Kevin uns zu verstehen gegeben hat, dass er den Ablauf im Nachgang ebenso als falschen ansieht. Es sollten sich nun wieder alle auf die kommenden wichtigen Aufgaben konzentrieren", sagte SVW-Geschäftsführer Markus Kompp abschließend.

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