Traditionsverein Waldhof Mannheim (fast) sicher in 3. Liga aufgestiegen!

Mannheim - Was für eine Machtdemonstration des SV Waldhof Mannheim! Im Spitzenspiel und Traditionsduell am Bieberer Berg beim Tabellendritten Kickers Offenbach gewann die Mannschaft von Ex-Profi Bernhard Trares unerwartet deutlich mit 4:0 (3:0) und steht damit so gut wie sicher als Meister und Aufsteiger fest.

Ein Tag der Freude: Im vierten Anlauf wird der SV Waldhof Mannheim endlich in die 3. Liga aufsteigen.
Ein Tag der Freude: Im vierten Anlauf wird der SV Waldhof Mannheim endlich in die 3. Liga aufsteigen.  © DPA

Denn nach dem Urteil vom Landgericht Frankfurt am Main muss der DFB den Punktabzug aus dem Relegationsspiel gegen den KFC Uerdingen zurücknehmen, will dagegen aber Berufung einlegen.

Doch wenn Mannheim 100.000 Euro als Sicherheit für zukünftige Gerichtskosten hinterlegt, bekommt der SVW die drei Punkte sofort wieder gut geschrieben - und wäre dann ganz sicher aufgestiegen, weil der Vorsprung auf den Zweiten 1. FC Saarbrücken dann bereits 18 Punkte bei nur noch fünf zu absolvierenden Spielen bis Saisonende beträgt. Dazu ist auch noch das Torverhältnis um zwölf Tore besser.

Die Saarbrücker verloren zeitgleich übrigens ein spektakuläres Saarland-Duell beim SV Elversberg mit 3:4 und konnten die beinahe sichere Mannheimer Meisterschaft sportlich nicht weiter hinauszögern.

Für Mannheim ist der fast feststehende Aufstieg eine große Erlösung. Denn Waldhof scheiterte in den vorangegangenen drei Spielzeiten jeweils an der unsäglichen Aufstiegsrelegation und verpasste trotz einmaliger Meisterschaft und zweifacher Vizemeisterschaft jeweils den Sprung in die 3. Liga.

In diesem Jahr steigt der Südwest-Meister nun aber endlich sicher auf. Dass der SVW in seiner starken Staffel so klar dominiert, hat dabei seine Gründe.

Darum ist der Aufstieg von Waldhof Mannheim hochverdient

4000 Waldhof-Fans begleiteten Mannheim nach Offenbach.
4000 Waldhof-Fans begleiteten Mannheim nach Offenbach.  © DPA

Trares konnte sich im Sommer ein Team nach seinem Geschmack zusammenstellen, was sich nun auszahlt. Denn er hat seine Spieler besser gemacht und diejenigen, die höherklassig gescheitert waren, zu einer funktionierenden Mannschaft zusammengefügt, die in vielen Spielen deutlich über Regionalliga-Niveau agierte.

Besonders Valmir Sulejmani schlug voll ein. Der Mittelstürmer, der Junioren-Länderspiele für Deutschland, Albanien und den Kosovo bestritten hat, kam vor der Saison ablösefrei von Hannover 96, wo er zwar zehn Mal in der Bundesliga spielte, sich aber letztlich nicht durchsetzen konnte.

Nun rockt er die Regionalliga, ist mit 17 Toren und zehn direkten Vorlagen der Top-Scorer der Südwest-Staffel. Ohnehin stimmt bei den Blau-Schwarzen die Mischung aus Defensive und Offensive: Ein Torverhältnis von 80:30 spricht Bände.

Kicker wie Timo Kern (24 Spiele, 14 Tore, 9 Vorlagen), Maurice Deville (27 Spiele, acht Tore, zehn Vorlagen), die Korte-Brüder Gianluca und Raffael zeigten wie Spiellenker Dorian Diring, dass sie für die vierte Liga viel zu gut sind.

Kader viel zu gut für die Regionalliga

Der SV Waldhof Mannheim hatte in dieser Saison oft Grund zum Jubeln.
Der SV Waldhof Mannheim hatte in dieser Saison oft Grund zum Jubeln.  © DPA

In der Winterpause konnte Trares auch noch Marcel Seegert zu einer Rückkehr nach Mannheim bewegen, weil der zentrale Defensivspieler beim Zweitligisten SV Sandhausen nur selten zum Einsatz kam.

Im Tor ist der frühere Dynamo-Keeper Markus Scholz ein sicherer Rückhalt, in der Innenverteidigung gibt Kapitän Kevin Conrad (ehemals Chemnitzer FC) der Mannschaft mit seiner Erfahrung viel Stabilität und bildet mit Michael Schultz ein schwer zu überwindendes Abwehrduo. Als Linksverteidiger überzeugt Mete Celik, auf der rechten Verteidigerseite zeigt Marco Meyerhöfer viel Offensivdrang.

Bei dieser Form- und Kaderstärke müssen selbst erfahrene Spieler wie Marcel Hofrath (einst CFC), Jesse Weißenfels oder Maurice Hirsch um ihren Platz kämpfen.

Dank des bestens eingespielten und funktionierenden Teams, das zusätzlich noch über eine gehörige Portion individuelle Klasse verfügt, wird Waldhof im Sommer den Kader nur punktuell verstärken müssen. Wenn überhaupt. Die 3. Liga kann sich auf einen aktuell stark einzuschätzenden Aufsteiger freuen.

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