TAG24-Bundesliga-Analyse: Werder Bremen will in die Europa League!

Bremen - Der SV Werder Bremen schielt auf die Europa League! Die Grün-Weißen setzen bis auf wenige Ausnahmen auf Kontinuität im Kader. Der eingespielten Mannschaft ist einiges zuzutrauen.

Der Top-Transfer

Ganz klar Niclas Füllkrug, der von Hannover 96 zu Werder für 6,5 Millionen Euro zurückkehrte. Der Vollblutstürmer verpasste den Großteil der vergangenen Saison wegen eines Knorpelschadens - seine Treffsicherheit der Spielzeit 2017/18 fehlte den Niedersachsen an allen Ecken und Enden.

Bei Werder soll er nun mithelfen, Max Kruse zu ersetzen und wieder zu der Form finden, in der er in 34 Spielen auf 14 Tore und drei Vorlagen bei Hannover kam. Obwohl Füllkrug am liebsten mit seinem rechten Fuß abschließt, trifft er regelmäßig auch mit links und per Kopf, ist für gegnerische Abwehrspieler also schwer auszurechnen.

 Mittelstürmer Niclas Füllkrug soll mithelfen, den abgewanderten Max Kruse zu ersetzen.
Mittelstürmer Niclas Füllkrug soll mithelfen, den abgewanderten Max Kruse zu ersetzen.  © DPA

Alle Neuzugänge

Hier sieht es bei Werder dürftig aus. So wurde Marco Friedl, der bereits in der letzten Saison an Bremen ausgeliehen war, fest für 3,5 Millionen Euro vom FC Bayern München verpflichtet.

Dazu kam mit Benjamin Goller ein großes Talent für die offensiven Außenbahnen ablösefrei vom FC Schalke 04. Davon abgesehen kehrte Robert Bauer von seiner Leihe aus Nürnberg zurück. Ansonsten zog Werder mehrere Kicker aus der eigenen zweiten Mannschaft und der U19 hoch, verlieh aber viele an andere Klubs. Nur noch Ilia Gruev, Simon Straudi (beide zentrales Mittelfeld) und Luc Ihorst (Sturm) stehen im erweiterten Profi-Kader, dürften aber vornehmlich in der U23 zum Einsatz kommen.

Es ist wahrscheinlich, dass Bremen bei einer guten Gelegenheit noch auf dem Transfermarkt zuschlägt. Gerade in der Innenverteidigung, wo aktuell nur zwei Spieler fit sind, braucht der SVW dringend Verstärkung.

 Sturmjuwel Benjamin Goller kam ablösefrei vom FC Schalke 04 zu Werder.
Sturmjuwel Benjamin Goller kam ablösefrei vom FC Schalke 04 zu Werder.  © DPA

Alle Abgänge

Bremen konnte keine Transfererlöse erzielen und musste auch Kapitän und Leistungsträger Max Kruse (Fenerbahce Istanbul) ablösefrei ziehen lassen. Auch Aron Jóhannsson (Hammarby IF) und Thanos Petsos (Ziel unbekannt) wurden abgegeben.

Dazu verlieh Werder Niklas Schmidt (VfL Osnabrück), Ole Käuper (FC Carl Zeiss Jena), Jan-Niklas Beste (FC Emmen), Jean Manuel Mbom sowie Boubacar Barry (beide KFC Uerdingen), Michael Zetterer (PEC Zwolle), Jonah Osabutey (Royal Excel Mouscron), Thore Jacobsen (1. FC Magdeburg) und Jannes Vollert (Hallescher FC) an andere Vereine.

 Kapitän und Leistungsträger Max Kruse verließ den SV Werder Bremen und ging zu Fenerbahce Istanbul.
Kapitän und Leistungsträger Max Kruse verließ den SV Werder Bremen und ging zu Fenerbahce Istanbul.  © DPA

DFB-Pokal-Auswärtsspiel gegen SV Atlas Delmenhorst im Weserstadion

Auswärtsspiel im eigenen Stadion: Werder trifft im ersten Pflichtspiel der Saison auf den SV Atlas Delmenhorst, der seinen eigenen Sportplatz nur etwas mehr als 17 Kilometer vom Weserstadion entfernt hat und für das große DFB-Pokal-Spiel dorthin umzieht.

Deshalb muss Bremen überhaupt nicht reisen, sondern kann im eigenen Wohnzimmer gegen den Fünftligisten aus der Oberliga Niedersachsen antreten. Alles andere als ein klarer Bremer Sieg wäre eine Überraschung.

 Werder-Auswärtsspiel im eigenen Stadion: Im DFB-Pokal kommt es zum Nachbarschaftsduell mit dem SV Atlas Delmenhorst, der sein Heimspiel im Weserstadion austrägt.
Werder-Auswärtsspiel im eigenen Stadion: Im DFB-Pokal kommt es zum Nachbarschaftsduell mit dem SV Atlas Delmenhorst, der sein Heimspiel im Weserstadion austrägt.  © DPA

Saisonziel

Werders Trainer Florian Kohfeldt sagte im "Weser-Kurier": "Wir sind sicher wieder kein Favorit auf die europäischen Plätze. Aber wir müssen in diese Truppe nicht mehr reinbekommen, dass wir es wollen."

Auch mehrere seiner Spieler sprechen offen von der Europa League.

 Florian Kohfeldt blickt wie seine Spieler zuversichtlich in die Zukunft.
Florian Kohfeldt blickt wie seine Spieler zuversichtlich in die Zukunft.  © DPA

TAG24-Saisonprognose zum SV Werder Bremen

Werder ist ein Geheimtipp für die Europa-League-Plätze. Denn die Mannschaft ist eingespielt. Im Tor steht weiterhin Jiri Pavlenka als klare Nummer eins vor Stefanos Kapino und Luca Plogmann.

In der Innenverteidigung ist der neue Kapitän Niklas Moisander gesetzt. Sebastian Langkamp und Milos Veljkovic fehlen verletzt, weshalb es wahrscheinlich ist, dass Bremen hier nochmal nachbessert.

Auf der Linksverteitiger-Position führt kein Weg an Ludwig Augustinsson vorbei, rechts gilt selbiges für Theodor Gebre Selassie. Im Mittelfeldzentrum haben sich Maximilian Eggestein und Davy Klaassen Stammplätze erspielt. Nuri Sahin und Kevin Möhwald kämpfen um den letzten freien Platz, denn Philipp Bargfrede fällt nach seiner Knieoperation noch auf unbestimmte Zeit aus. Gruev und Straudi spielen vorerst noch keine Rolle.

Offensiv hat Kohfeldt viele Möglichkeiten: Milot Rashica hat sich in die erste Elf gespielt. Alternativen sind Johannes Eggestein, Yuya Osako, Goller und Fin Bartels. Im Sturmzentrum rangeln Füllkrug, Altmeister Claudio Pizarro, Martin Harnik, Josh Sargent und Ihorst um den freien Platz. Füllkrug hat hier wohl die besten Karten.

Mit dieser Bremer Mannschaft muss zu rechnen sein. Allerdings ist Werder nur in der Außenseiterrolle, weil nicht absehbar ist, wie sehr Kruse dem SVW-Spiel fehlen wird und ob andere Akteure nun mehr Verantwortung übernehmen und die Grün-Weißen vielleicht sogar noch ein Stück schwerer auszurechnen sind.

 Kommen andere Teams nicht so in Tritt wie gedacht, kann der SV Werder Bremen in den Kampf um die Europa-League-Plätze eingreifen.
Kommen andere Teams nicht so in Tritt wie gedacht, kann der SV Werder Bremen in den Kampf um die Europa-League-Plätze eingreifen.  © DPA

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