Werder Bremen am Abgrund! Darum ist der Pokal-Aufwind wie weggeblasen

Deutschland - Riesengroße Ernüchterung! Der SV Werder Bremen konnte den Schwung aus dem Coup im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund (3:2) nicht mit in die 1. Bundesliga nehmen und verlor völlig verdient mit 0:2 gegen den 1. FC Union Berlin.

Der sonst so besonnene Werder-Sportgeschäftsführer Frank Baumann sprach die vielen Probleme des SVW offen und spürbar angefressen an.
Der sonst so besonnene Werder-Sportgeschäftsführer Frank Baumann sprach die vielen Probleme des SVW offen und spürbar angefressen an.  © dpa/Carmen Jaspersen

Damit steht der SVW mit 17 Punkten aus 21 Spielen und 25:48 Toren auf dem 17. Platz und hatte das schlechteste Torverhältnis der gesamten Liga!

Die Profis, die wenige Tage zuvor gegen den BVB phasenweise brilliert und ihr vorhandenes Potenzial endlich mal abgerufen hatten, fielen in der Liga wieder in alte Muster zurück.

Erschreckend war dabei, wie apathisch die Werder-Elf gegen die Eisernen auftrat. Es war nichts von dem mutigen, mannschaftlich geschlossenen Auftritt gegen Dortmund mehr zu sehen.

Stattdessen schien der Druck selbst die erfahrenen Spieler zu lähmen. Zwar war das Team von Trainer Florian Kohfeldt aktiver, doch in der Offensive fehlte das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten völlig.

So hatte der SVW zwar 70 Prozent Ballbesitz und eine sehr gute Passquote von 86 Prozent, wusste damit aber nur ganz selten etwas in der entscheidenden Zone anzufangen.

Aufgrund der fehlenden Selbstsicherheit wurde viel zu selten mal in die Tiefe oder schnell gespielt, weshalb Union, das aus einer tiefstehenden Defensive heraus agierte, fast nie in Verlegenheit gebracht wurde.

SV Werder Bremen kassiert dumme Gelbe Karten und verpasst es, mal ein Zeichen zu setzen

SVW-Trainer Florian Kohfeldt entschuldigte sich nach dem Spiel bei den Fans für die schlechte Leistung seiner Elf.
SVW-Trainer Florian Kohfeldt entschuldigte sich nach dem Spiel bei den Fans für die schlechte Leistung seiner Elf.  © dpa/Carmen Jaspersen

Ohnehin zeigten sich die Eisernen wacher. Bremen gewann nämlich nur 40 Prozent (!) der Zweikämpfe!

Das zeigte, dass ein Spieler fehlt, der auch mal dazwischenhaut und ein Zeichen setzt. Ein Indiz dafür, dass die Elf gerade in der aktuellen Phase zu brav agiert, waren die wenigen Fouls.

Nur acht Mal wurde Werder von Schiedsrichter Daniel Schlager belangt - und kassierte vier (dumme) Gelbe Karten.

Davie Selke wegen einer Schwalbe (16. Minute), Ömer Toprak für ein taktisches Foul (30.), Kevin Vogt (31.) und Marco Friedl (80.) jeweils unnötig wegen Meckerns. Liegen die Nerven selbst bei den erfahrenen Spielern blank? Es scheint so.

Union führte Bremen vor, wie es geht. Zwei geradlinige Angriffe bescherten den Köpenickern den Dreier.

Bei Werder ist die Stimmung deshalb im Keller. Sogar der sonst so ruhige Sportgeschäftsführer Frank Baumann sagte nach der Partie sichtlich angeschlagen: "Wir haben immer gesagt, dass das ein anderer Wettbewerb ist und dass wir da Probleme haben. Und wenn ich da Probleme habe, dann muss ich mich anders verhalten und anders auftreten."

Werder Bremens Sportgeschäftsführer Frank Baumann holt zum Rundumschlag aus

TAG24-Redakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal mit dem bedrohlichen Absturz des SV Werder Bremen.
TAG24-Redakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal mit dem bedrohlichen Absturz des SV Werder Bremen.

Er fügte noch hinzu: "Die Spieler sind jetzt in der Pflicht. Ich habe für diese Leistung wenig Verständnis."

An seinem Coach hält er aber weiterhin fest: "Das brauchen wir jetzt nicht nach jedem Spiel zu wiederholen. Das steht."

Baumann will mit Kohfeldt das weitere Vorgehen beraten. Vermutlich wird fortan ein schärferer Wind rund ums Weserstadion wehen: "Ich glaube nicht, dass wir bislang zu lieb zu den Spielern waren, aber wir werden sehen, wie wir die nächsten Tage vorgehen."

Das verdeutlicht auch Baumanns folgende Aussage: "Wir haben gestandene Spieler auf dem Platz, die einfach zu viel über sich ergehen lassen. Das müssen wir verändern und da sind die Jungs in der Pflicht. Florian und ich können die Tore nicht schießen und sie auch nicht verhindern."

Denn man habe die Fans am Dienstag mitgenommen und das mit dem Union-Spiel "wieder kaputtgemacht". Doch die nächste Aufgabe wird knüppelhart: Werder tritt am kommenden Samstag (15.30 Uhr) bei RB Leipzig an...

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