SWR schlägt mit neuem Intendanten Kai Gniffke andere Wege ein

Stuttgart - Der Südwestrundfunk verabschiedet am Freitag (11 Uhr) seinen langjährigen Intendanten Peter Boudgoust.

Peter Boudgoust war 13 Jahre lang der Intendant des SWR.
Peter Boudgoust war 13 Jahre lang der Intendant des SWR.  © Marijan Murat/dpa

Bei einer Feier im Funkhaus Stuttgart übergibt der 64-Jährige den Staffelstab an seinen Nachfolger Kai Gniffke, der am 1. September seine Arbeit aufgenommen hat. Boudgoust leitete die zweitgrößte ARD-Anstalt seit 2007.

Der neue SWR-Intendant hat bereits einige Veränderungen angekündigt. In Baden-Baden soll ein SWR-Innovationszentrum entstehen, das sich mit der Start-up-Szene vernetzt und mit Hochschulen zusammenarbeitet.

"Mein Anspruch ist es, dass der SWR Motor der Digitalisierung und Innovation in der ARD wird", sagte Gniffke. "Nicht nur bei der Formatentwicklung, sondern auch bei Produktionsweisen und neuen Plattformen."

Der bisherige Chefredakteur von ARD-aktuell in Hamburg will die Produktionsstandards senken, um mehr Geld in den Journalismus stecken zu können.

In manchen Fällen sei kein großer Ü-Wagen mehr nötig, da reiche ein Smartphone zur Übertragung. Tägliche Sendungen und Magazine ließen sich auch mit weniger Menschen als bisher produzieren, erklärte Gniffke in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Das SWR-Fernsehen soll zudem früher am Tag mit Nachrichtensendungen beginnen. "Im Moment starten wir um 16.00 Uhr, das finde ich zu spät", sagte der 58-Jährige. Auch bei den Serien und Dokumentationen wolle der SWR stärker werden.

Gniffke will dem Streamingdienst Netflix Konkurrenz machen, kann sich aber testweise auch eine Zusammenarbeit vorstellen.

Kai Gniffke hat am 1. September seine Arbeit als neuer SWR-Intendant aufgenommen.
Kai Gniffke hat am 1. September seine Arbeit als neuer SWR-Intendant aufgenommen.  © Christoph Schmidt/dpa

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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