Bittere Niederlage für Greta Thunberg: Ihr neuer Appell nützte nichts

Sydney (Australien) - Der Industriekonzern Siemens hält trotz Protesten von Klimaschützern an einer wichtigen Zulieferung für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien fest. Auch ein Appell von Greta Thunberg (17) lief ins Leere. Auf Twitter hatte die 17-Jährige klare Forderungen an ihre Anhänger gestellt, Druck auf Siemens auszuüben.

Greta Thunberg (17) muss eine Niederlage hinnehmen.
Greta Thunberg (17) muss eine Niederlage hinnehmen.  © Paul White/AP/dpa

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser teilte am Sonntagabend jedoch auf Twitter nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung mit, dass Siemens alle Optionen geprüft habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass man allen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen müsse.

Zugleich will der Konzern ein wirksames Nachhaltigkeitsgremium schaffen, um Umweltfragen in Zukunft besser zu managen.

Bei der Kritik an dem Projekt in Australien geht es neben dem Klimaschutz auch um den Verbrauch von Wasser, die Zerstörung von Lebensraum und den Transport der Kohle über das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt.

Ursprünglich wollte Siemens seine Entscheidung am Montag bekanntgeben. Kaeser hatte am Freitag gesagt, die Entscheidung sei nicht einfach. Es gebe unterschiedliche Interessenlagen - von Aktionären, Kunden und auch der Gesellschaft.

Auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer war chancenlos

Luisa Neubauer, Fridays-for-Future-Aktivistin, beantwortet nach einem Gespräch mit Siemens-Chef Kaeser nahe der Berliner Firmenzentrale Fragen von Journalisten.
Luisa Neubauer, Fridays-for-Future-Aktivistin, beantwortet nach einem Gespräch mit Siemens-Chef Kaeser nahe der Berliner Firmenzentrale Fragen von Journalisten.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Kaeser hatte sich auch mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer getroffen und ihr einen Sitz im Aufsichtsgremium des künftigen Unternehmens Siemens Energy angeboten. Dies lehnte sie aber ab und bat ihrerseits darum, das Angebot an einen Vertreter oder eine Vertreterin der Scientists for Future weiterzugeben.

Bei Scientists for Future sind Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen organisiert, die die Klimaschutzbewegung Fridays for Future unterstützen. Kaeser befand daraufhin, Siemens habe genug Experten und Wissenschaftler.

Siemens wollte eine Zugsignalanlage für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien zuliefern. Die Adani Group will in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt aufbauen, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll.

Das Projekt wird von Umweltschützern seit Jahren bekämpft. Am 11. Januar hatte Greta Thunberg ihre Anhänger gebeten zusammen mit ihr auf Siemens einzuwirken.

Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, beantwortet nach einem Gespräch mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Neubauer Fragen von Journalisten.
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, beantwortet nach einem Gespräch mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Neubauer Fragen von Journalisten.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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