Für 6,5 Millionen Euro! So viel Geld wird in den Küstenschutz auf Sylt gesteckt

Hörnum/Westerland - Um die Küste vor der Nordseeinsel Sylt zu schützen, werden in diesem Jahr an die Strände rund 1,2 Millionen Kubikmeter Sand gespült. Kostenpunkt: 6,5 Millionen Euro!

An den Stränden von Sylt werden jedes Jahr rund eine Million Kubikmeter Sand weggespült.
An den Stränden von Sylt werden jedes Jahr rund eine Million Kubikmeter Sand weggespült.  © DPA

"Küstenschutz ist und bleibt insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels eine bedeutende Aufgabe des Landes", sagte Küstenschutzminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) am Montag auf Sylt.

Die friesische Insel spiele hierbei eine besondere Rolle. "Die Insel sichert aufgrund ihrer exponierten Lage auch das dahinterliegende Festland vor Schäden durch Sturmfluten."

Die flexiblen Sandvorspülungen hätten sich bislang als der effektivste Schutz für die Sylter Westküste erwiesen. Sie sorgten zudem dafür, dass das Weltnaturerbe Wattenmeer nicht durch den steigenden Meeresspiegel versinke.

Der Minister nahm auf Sylt an der jährlichen Strandbereisung teil.

Bei der rund 40 Kilometer langen Fahrt mit Geländefahrzeugen entlang der Strände von Hörnum im Süden bis nach List im Norden begutachteten die Küstenschützer des Landes und Vertreter des Umweltministeriums, der Inselgemeinden und des Landschaftszweckverbandes Sylt die Schäden und legten fest, an welchen Strandabschnitten wie viel Sand vorgespült werden soll.

Küstenschutzminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) begutachtete die Strände der Insel.
Küstenschutzminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) begutachtete die Strände der Insel.  © DPA

Durch Westwinde und die dadurch hervorgerufene Meeresbrandung werden nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) jährlich ein bis vier Meter von der Westseite der Insel abgetragen. Sylt verliere dadurch jedes Jahr rund eine Million Kubikmeter Sand.

Es gebe nur wenige Stellen an der deutschen Nordseeküste, an denen das Meer mit solcher Gewalt auf die Küste trifft wie auf Sylt, sagte Arfst Hinrichsen vom LKN. Zwar habe es diesen Winter kaum Sturmfluten gegeben, aber dafür zwölf Kantenfluten. Das sind Wasserstände bis zu einem Meter über dem mittleren Tidehochwasser.

Dabei sei meistens auch höherer Seegang aufgetreten, was am Strand zu größeren Sandumlagerungen führte. Die Strände beispielsweise bei Hörnum im Süden der Insel seien an einigen Stellen in schlechtem Zustand.

Nach derzeitigen Planungen sind dieses Jahr Aufspülungen an Strandabschnitten von List, Kampen und Hörnum sowie an Vorstränden von Westerland und Hörnum geplant.

Der auf den Vorstrand von Hörnum aufgespülte Sand soll nicht nur Sylt, sondern auch der Nachbarinsel Föhr dienen: Ziel ist es zunächst, dass der Sand mit der Strömung südlich in das Vortrapptief verdriftet. Von dort kann er ohne Beeinträchtigung des Sedimenthaushaltes des Wattenmeeres für spätere Deichverstärkungen auf Föhr dienen.

Insgesamt wurden auf Sylt seit 1972 bis Ende 2018 rund 50,2 Millionen Kubikmeter Sand vorgespült oder in den Vorstrand eingebracht. Die Gesamtkosten dafür betragen nach Angaben des Küstenschutzministeriums rund 228 Millionen Euro.


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