221 Millionen Euro eingeplant: Sylt-Strecke wird endlich zweigleisig

Berlin/Kiel - Darauf haben viele Pendler im Norden angesichts von Dauerproblemen gewartet: Der Bund will die Bahnstrecke nach Sylt zweigleisig ausbauen.

Über den Hindenburgdamm fährt die Marschbahn vom Fetsland nach Sylt. Die gesamte Strecke soll nun ausgebaut werden.
Über den Hindenburgdamm fährt die Marschbahn vom Fetsland nach Sylt. Die gesamte Strecke soll nun ausgebaut werden.  © dpa/Carsten Rehder

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) stufte den Abschnitt zwischen Niebüll und Klanxbüll im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie mit einer gesicherten Finanzierung hoch.

Dies geht aus einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Liste hervor.

"Wir wollen die Marschbahn zweigleisig ausbauen und damit die Verbindung nach Sylt schneller und zuverlässiger machen", sagte Scheuer.

Dazu gehört auch der zweigleisige Ausbau auf der Nordseeinsel selbst zwischen Morsum und Tinnum inklusive der Autoverladung. Im vordringlichen Bedarf sind 221 Millionen Euro vorgesehen.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach von Erfolg der Landesregierung und der Pendlerinitiative. Die ebenfalls geplante Elektrifizierung von Itzehoe über Wilster in einen neuen Übergabebahnhof außerhalb des Werksgeländes des Hafens Brunsbüttel sei "ein gutes Signal für die Westküste", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Gerade für die Entwicklung des Industriegebiets sei die Entscheidung wichtig. Die Kosten betragen 61 Millionen Euro.

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es bisher neben den dringlichsten Neubau- und Ausbauprojekten auch solche der Kategorie "potenzieller Bedarf".

Nun steigen viele Vorhaben in den sogenannten Vordringlichen Bedarf auf, weil eine "positive gesamtwirtschaftliche Bewertung" vorliege. Der geltende Bundesverkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden.

Er sieht Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege in ganz Deutschland von insgesamt mehr als 270 Milliarden Euro vor. 40 Prozent der Mittel gehen an Bahnprojekte.

Update, 13.56 Uhr: Ausbau bis 2030

Der vom Bund angekündigte zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke nach Sylt soll nach den Worten des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann "spätestens" 2030 fertig sein.

"Je eher, umso besser", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr am Dienstag in Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Bahn kann die Planung aufnehmen", sagte Ferlemann. Notwendig seien aber auch Maßnahmen auf Sylt. "Auch hier können wir uns einen zweigleisigen Ausbau vorstellen - und vor allem die Autoverladung würden wir gerne umlegen."

Zur Forderung von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP), den Ausbau der Marschbahn in einem "Legalverfahren" statt einem aufwendigen Planfeststellungsverfahren zu realisieren, meinte Ferlemann: "Wir suchen fünf Projekte in Deutschland, wo wir das machen. (...) Wir müssen dafür erst die rechtlichen Möglichkeiten schaffen."

Das dauere jedoch eine ganze Zeit, sagte Ferlemann. Die Pendler litten jedoch schon jetzt täglich unter der ungenügenden Strecke.

"Deswegen würde ich jetzt ungern eine Diskussion über das Rechtsverfahren führen, sondern die Frage stellen: Was geht am schnellsten, um den Pendlern zu helfen?"

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder


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