Im Terror-Prozess wegen 20-fachen Mordes wird das Urteil erwartet

Stuttgart - Nach einem Massaker auf einer Müllkippe in Syrien erwartet einen mutmaßlichen Terrorkämpfer am Montag (9 Uhr) in Stuttgart das Urteil wegen 20-fachen Mordes.

Ein Schild hängt vor dem Landgericht in Stuttgart. (Symbolbild)
Ein Schild hängt vor dem Landgericht in Stuttgart. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Ein weiterer Mann aus der früheren Kampfeinheit der radikal-islamistischen Terrorgruppe Dschabhat al-Nusra ist wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge in 20 Fällen angeklagt.

Die insgesamt vier früheren Komplizen stehen seit dem Sommer 2017 vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts.

Ihnen wird zudem vorgeworfen, einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben.

Die Bundesanwaltschaft hat lebenslange Haft für den mutmaßlichen Mörder gefordert. Außerdem will sie, dass bei ihm die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird.

Damit wäre nicht absehbar, ob und wann der Syrer jemals wieder auf freien Fuß kommt.

Seine Komplizen sollen nach dem Willen des Generalbundesanwalts zu Strafen zwischen dreieinhalb und neun Jahren Haft verurteilt werden.

Dutzende Anhänger des Assad-Regimes sind getötet worden

Im März 2013 waren auf einer Müllkippe in der Nähe von Tabka Dutzende Angehörige des syrischen Assad-Regimes getötet worden.

Die Opfer - Polizisten, Sicherheitsleute und Armeeangehörige - waren zuvor bei der Eroberung der Stadt Rakka gefangen genommen worden. Die Angeklagten kamen später als Flüchtlinge nach Europa. Sie lebten zuletzt in Leimen bei Heidelberg, Berlin, Reiskirchen nahe Gießen und Düsseldorf.

Dschabhat al-Nusra gilt als radikal-islamistische Organisation. Ihr Ziel ist es, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen und einen auf islamischem Recht basierenden Gottesstaat zu errichten.

Die Vereinigung gilt als eine maßgebliche Konfliktpartei im syrischen Bürgerkrieg. Die Bundesanwaltschaft bringt sie mit mehr als 1.500 Anschlägen und Tausenden Todesopfern in Verbindung.

Update 11.18 Uhr: Der Terrorkämpfer ist in Stuttgart zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Kammer sah es am Montag als erwiesen an, dass der 1988 geborene Mann zwei Menschen ermordet hatte und an weiteren 17 Morden beteiligt gewesen war. Der Senat stellte bei ihm außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist nicht absehbar, ob und wann der Syrer wieder auf freien Fuß kommt

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