Tafel-Chefin schlägt Alarm! Warum landen so viele Lebensmittel im Müll?

Pirna - "Wenn es so weitergeht, können wir bald nicht mehr alle unsere 150 Haushalte versorgen", sagt Sandra Furkert (53).

Unter anderem im Lidl-Markt an der Dresdner Straße habe die Tafel-Chefin noch essbare Lebensmittel im Müll gefunden.
Unter anderem im Lidl-Markt an der Dresdner Straße habe die Tafel-Chefin noch essbare Lebensmittel im Müll gefunden.  © Petra Hornig

Sie ist Leiterin der Pirnaer Tafel und hat seit Wochen ein Problem. "Wir bekommen immer weniger Lebensmittel von den ansässigen Supermärkten. Stattdessen wird das noch brauchbare Essen einfach weggeworfen."

Ein Mülleimer, prall gefüllt mit jeder Menge Lebensmitteln, brachte die Chefin vor einigen Tagen aus der Fassung.

"Ich war bei einem Supermarkt in Pirna, um Spenden für die Tafel abzuholen", erzählt sie. "Dabei habe ich den Müllcontainer gesehen, voll mit Nahrungsmitteln, die man noch hätte verwenden können. Eingeschweißtes Hackfleisch, Tomaten und Pomelos." Auf Nachfrage sei ihr von Mitarbeitern gesagt worden, dass sie dieses Essen nicht haben könne für die Tafel-Kunden. "Das sei eine Anweisung von oben." Mittlerweile ginge es ihr bei fast allen Märkten von großen Ketten in der Stadt so. "Das ist eine unglaubliche Verschwendung an Lebensmitteln."

Mit den Vorwürfen konfrontiert, reagieren die Handelsketten. Bei Rewe und Penny unterstütze man die Tafeln seit Jahren. Sprecher Thomas Bonrath (48): "Unverpackte Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Brot geben unsere Mitarbeiter nach wie vor an die Tafel." Die Mitarbeiter würden aber aufgrund der Anfrage noch einmal für das Thema sensibilisiert.

"Wir sind natürlich bestrebt, Lebensmittel nicht wegzuwerfen, sondern weiterzugeben", so Kaufland-Sprecherin Andrea Kübler (51). "Denn klar, auch die fachgerechte Entsorgung kostet Geld." Man habe aber generell nichts an der Abgaberegelung bezüglich der Tafel geändert. Lidl hat sich bis Redaktionsschluss nicht auf TAG24-Anfrage geäußert.

Tafel-Chefin Sandra Furkert (53) hat immer weniger Lebensmittel für ihre Kunden zur Verfügung. Stattdessen beobachtet sie, wie Essen, das noch verwendet werden kann, im Müll landet.
Tafel-Chefin Sandra Furkert (53) hat immer weniger Lebensmittel für ihre Kunden zur Verfügung. Stattdessen beobachtet sie, wie Essen, das noch verwendet werden kann, im Müll landet.  © Petra Hornig
Schlimm: Nicht nur gut erhaltene Tomaten landeten in der Abfalltonne des Supermarktes.
Schlimm: Nicht nur gut erhaltene Tomaten landeten in der Abfalltonne des Supermarktes.  © privat

Titelfoto: Petra Hornig

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