Tafel sucht Freiwillige - und mehr Rindfleisch

Die Bufdis Anett Kruck (51, l.) und Nancy Hofmann (33) in der Essensausgabe der Chemnitzer Tafel.
Die Bufdis Anett Kruck (51, l.) und Nancy Hofmann (33) in der Essensausgabe der Chemnitzer Tafel.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Rindfleisch ist Mangelware: Den Anstieg der Flüchtlingszahlen bekommt auch die Chemnitzer Tafel (Zwickauer Straße 247) zu spüren.

Die versorgt bis zu 300 Asylbewerber wöchentlich - viele davon Muslime, deren Religion ihnen den Verzehr von Schweinefleisch verbietet.

"Rind ist ein Problem", so Tafel-Chefin Christiane Fiedler (56). Sie hat einen deutlichen Anstieg ausländischer Besucher registriert.

"In Deutschland liegt ja Schweinefleisch häufiger in den Regalen. Mal sehen, wie wir das schaffen."

Die Tafel versorgt wöchentlich 2500 Menschen mit Lebensmitteln. Gesucht werden außerdem Bewerber für den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi): "Wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt sind Bewerbungen rar."

Für Anett Kruck (51) und Nancy Hofmann (33) geht die Bufdi-Zeit im Frühling zu Ende. "Die Arbeit im Team hat viel gebracht", sagen die beiden. Ob sie auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen?

"Als alleinerziehende Mutter wird das schwer", so Nancy, gelernte Malerin und Lackiererin. Auch Einzelhandelskauffrau Anett sagt: "Ich habe Kinder, kann nicht in Schichten arbeiten."

Derzeit gibt es in Chemnitz 225 Bufdis. Der Bund stellt pro Jahr bundesweit 167 Millionen Euro für den Freiwilligendienst zur Verfügung. Dazu kommen 50 Millionen Euro für ein neues Sonderprogramm, das der Flüchtlingshilfe zugute kommen soll.

Foto: Maik Börner


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