Zu viele Männer? Frauen erheben schwere Vorwürfe gegen Werbefilm zu Tag der deutschen Einheit

Kiel - Nur Beiwerk? Mehrere Gleichstellungsbeauftragte haben das preisgekrönte Video Schleswig-Holsteins als Gastgeber zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit als (zu) männerlastig kritisiert.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) beteiligt sich an einer Werbeaktion.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) beteiligt sich an einer Werbeaktion.  © Carsten Rehder/dpa

Frauen kämen kaum vor, wenn dann als schmückendes Beiwerk, und es würden überholte Rollenbilder transportiert, lauten erhobene Vorwürfe der Gleichstellungsbeauftragten der Kieler Universität, Iris Werner, und von Karola Schneider vom Landesfrauenrat.

Lisa Straka, zuständig für Gleichstellungspolitik beim DGB Bezirk Nord, meinte: "Es ist peinlich, wenn der echte Norden die echten Frauen zu den Einheitsfeierlichkeiten nahezu komplett ausblendet." Das Land richtet die zentrale Feier am 3. Oktober aus.

Schleswig-Holsteins Regierungssprecher Peter Höver verwies am Donnerstag darauf, dass der zweieinhalbminütige Film den Deutschen Online-Kommunikationspreis gewonnen hat.

"In der Jury für diese Kategorie saßen drei Frauen und drei Männer."

Das auf YouTube zu sehende Video sei weder genderpolitisch noch politisch angelegt. "Es soll nur Lust machen auf Schleswig-Holstein und den Tag der Deutschen Einheit."

Firmen, Sportvereine und Einrichtungen hätten zehn Stunden eigenes Image-Filmmaterial weitgehend kostenlos zur Verfügung gestellt. Daraus habe die Landesregierung für 4500 Euro den kurzen Film schneiden lassen. Der Beitrag werde nicht mehr überarbeitet, er solle zum Jahresende aus dem Netz genommen werden.

Zu den Feiern mit Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Bürgerfest am 2. und 3. Oktober mit einer Ländermeile werden in Kiel rund 500.000 Menschen erwartet. Zum Programm gehören Musik, Kultur und Diskussionen.


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