Sause mit zahlreichen Stars: So läuft die Sachsen-Fete in Torgau

Torgau - Es ist das größte Volksfest im Land und ein Schaufenster sächsischen Vereinslebens: Am heutigen Freitagnachmittag beginnt mit dem Tag der Sachsen die dreitägige Supersause im nordsächsischen Torgau.

Torgau aus der Vogelperspektive. Die Stadt erwartet am Wochenende 250 .000 Besucher.
Torgau aus der Vogelperspektive. Die Stadt erwartet am Wochenende 250 .000 Besucher.  © DPA

Die Feier komme genau zum richtigen Zeitpunkt, sagte Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU), der das Fest um 17 Uhr auf dem Markt eröffnen wird. Es werde von Bürgern für Bürger gestaltet, die hier engagiert, friedlich und mit einem bunten Programm ihre Traditionen und ihre Heimatverbundenheit zeigen.

Rund 335 Vereine und Gruppen präsentieren sich in Torgau. Es gibt 19 Themenmeilen, drei Medienbühnen, die von insgesamt vier Radiosendern bespielt werden, und zehn weitere Themenbühnen, darunter Sport-, Kleinkunst- und Blaulichtbühne. Auch die Staatsregierung hat sich ein Zelt mit Bühne gesichert. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will den Samstag auf dem Fest verbringen.

Ein besonderer Programmhöhepunkt wird das Fürstentreffen im Schlosshof werden. Dabei werden am Samstag und Sonntag die einstigen Kurfürsten zum Leben erweckt, feiern Hochzeit und lassen die Besucher am höfischen Treiben teilhaben.

Auch einige prominente Künstler sind in Torgau dabei. Bei Radio Energy werden heute Abend Stereoact auf der Bühne an der Elbstraße stehen. PSR und MDR halten an der Kulturbastion mit Max Giesinger dagegen. Und Hitradio RTL bietet parallel dazu auf dem Markt Marquess auf. Am Samstagabend müssen sich die Besucher zwischen Mark OH (RTL), Bonnie Tyler (MDR) und DJ Antoine (Energy) entscheiden.

Den feierlichen Abschluss des Sachsentages bildet am Sonntag der traditionelle Festumzug mit 2900 Mitwirkenden. Eintritt frei.

Meine Meinung: Sachsen geht feiern!

Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth (35, CDU) begrüßt mit Stadtbär-Maskottchen die Besucher zum Tag der Sachsen.
Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth (35, CDU) begrüßt mit Stadtbär-Maskottchen die Besucher zum Tag der Sachsen.  © Thomas Türpe

Von Alexander Bischoff

Heute beginnt in Torgau Sachsens größtes Volksfest. Auch wenn der seit 1992 jährlich stattfindende „Tag der Sachsen“ schon ein etwas angestaubtes Image hat, so wird es doch diesmal ein besonderes Landesfest werden.

Denn es ist die erste mehrtägige Großveranstaltung nach dem völlig aus dem Ruder gelaufenen Chemnitzer Stadtfest mit einem Toten und mehreren Verletzten. Aufmärsche, extremistischer Hass, Chaos und tagelanges Sachsen-Bashing folgten.

Dieses Wochenende wird der Freistaat erneut im Brennglas der Republik stehen. Mit Argusaugen wird man aus Berliner Parteizentralen, Hamburger Verlagshäusern und westdeutschen Sendeanstalten auf die nordsächsische Kleinstadt schauen. Seit Chemnitz steht der Sachse mal wieder unter Generalverdacht.

Sollte uns das jetzt vom Feiern abhalten? Ein klares Nein! Liebe Sachsen, fahrt nach Torgau und feiert! Ausgelassen, freudig und zeigt, dass Ihr stolz auf Euer Land seid. Auf sein vielfältiges Vereinsleben, auf seine Wirtschaftskraft, auf seine Kultur, auf die Erfolge seiner Sportler, auf seine Erfinder.

Aber achtet auch auf das, was um Euch herum passiert. Massenveranstaltungen ziehen gerade in diesen Tagen Extremisten aller Couleur an wie das Licht die Motten. In Chemnitz hat das Verhalten einer kleinen Minderheit die Mehrheit diskreditiert und dem Land einen enormen Imageschaden zugefügt. Das darf nicht noch einmal passieren!

Und noch eine kleine Empfehlung: Auch wenn Euch Kameras und Mikrofone nach den vergangenen Tagen nur noch nerven - reagiert nicht wie „Hutbürger“. Lächelt und antwortet freundlich - am besten im breitesten Sächsisch. Denn wer Euch nicht versteht, der kann Euch auch nicht missverstehen.


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