Tag des Hörens: Chemnitzer beklagen nervigen Straßenlärm

Chemnitz/Dresden - Am Sonntag ist der Welttag des Hörens. Ob klassische Musik, Vögel im Frühling oder geflüsterte Liebesschwüre - toll, wenn man sich auf seine Lauscher verlassen kann. Doch leider schlägt uns gerade in der Großstadt auch permanenter Verkehrskrach aufs Gehör. Trotz mancher Bemühungen der letzten Jahre ist das Problem für viele Sachsen nicht kleiner - beziehungsweise leiser - geworden.

Entlastung für Anwohner? Eine Lärmschutzwand an der Zschopauer Straße trennt die Häuser vom Straßenkrach.
Entlastung für Anwohner? Eine Lärmschutzwand an der Zschopauer Straße trennt die Häuser vom Straßenkrach.  © Kristin Schmidt

Für den Chemnitzer Stadtrat und Landtagsabgeordneten Jörg Vieweg (47, SPD) verursachen Autos und Lastwagen den größten Lärm: "Tausende Fahrzeuge fahren sowohl tagsüber als auch nachts direkt an den Wohngebieten vorbei oder durch die Wohngebiete hindurch. Da kehrt auch abends keine Ruhe ein und man will das Fenster am liebsten gar nicht aufmachen."

Das bestätigt auch eine kommunale Bürgerumfrage aus Dresden: Ganze 47 Prozent der Befragten gaben dort Straßenverkehr als schlimmste Lärm-Quelle an.

Laut Landesamt für Umwelt geht der Verkehr zwar auf dem Land durch sinkende Einwohnerzahlen zurück. Doch in den Großstädten ist es umgekehrt, an einigen Straßen wird eine Lautstärke über 75 Dezibel erreicht.

Für Vieweg ist klar: "So etwas macht natürlich krank – das geht von Schlafstörungen bis hin zu Tinnitus und darüber hinaus. Lärm ist ein echtes Gesundheitsrisiko."

Der Landtagsabgeordnete Jörg Vieweg (47, SPD) hat genug vom Lärm durch Autos und Lastwagen.
Der Landtagsabgeordnete Jörg Vieweg (47, SPD) hat genug vom Lärm durch Autos und Lastwagen.  © Uwe Meinhold

Mediziner Patrick Fuchß (32) erklärt: "Durch jahrelange Lärmexposition ab 85 Dezibel kann es zu Schäden am Innenohr kommen. Die können dann zur Schwerhörigkeit führen." Bluthochdruck und psychische Störungen können weitere Folgen sein. Er rät: "Mit Kopfhörern, Ohrstöpseln oder Lärmdämmung schützen."

Ob Flüsterasphalt, Lärmschutzwände oder Tempo-30-Zonen - in Chemnitz gibt es laut Rathaus viele Lärmschutzmaßnahmen: "Eine kommende Maßnahme ist die Aufbringung eines lärmmindernden Belages am Südverbund im Bereich des Heckertgebietes, die in diesem Jahr noch erfolgt."

Doch bei immer schwerer werdenden Autos mit immer breiteren Reifen helfen diese Maßnahmen nur wenig. "Deswegen ist Lärmvermeidung der beste Lärmschutz. Der ganze Schwerlastverkehr gehört runter von unseren Straßen und rauf auf die Schiene – das schont nicht nur die Ohren, sondern auch die Umwelt", findet Vieweg.

Gefährlich für die Gesundheit? Der alltägliche Großstadtlärm schlägt vielen Sachsen aufs Gehör.
Gefährlich für die Gesundheit? Der alltägliche Großstadtlärm schlägt vielen Sachsen aufs Gehör.  © 123RF
Bei im­mer grö­ße­ren Au­tos mit im­mer di­cke­ren Rei­fen hel­fen die Lärm­schutz­maß­nah­men nur we­nig.
Bei im­mer grö­ße­ren Au­tos mit im­mer di­cke­ren Rei­fen hel­fen die Lärm­schutz­maß­nah­men nur we­nig.  © Amac Garbe
Mit Lärmschutzwänden, Flüsterasphalt und Tempo-30-Zonen versuchen Kommunen gegen den Verkehrskrach vorzugehen.
Mit Lärmschutzwänden, Flüsterasphalt und Tempo-30-Zonen versuchen Kommunen gegen den Verkehrskrach vorzugehen.  © Uwe Meinhold

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