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Arnd Zeigler im Interview: Das unterscheidet Bayern-Fans von den anderen

Arnd Zeigler: "Ich wünsche mir Dynamo in der Bundesliga"

Arnd Zeigler (53) tourt momentan durch Sachsen. TAG24 traf ihn um Interview.

Von Heiko Nemitz

Dresden/Leipzig - Arnd Zeigler (53) ist einer von Deutschlands prominentesten Fußball-Liebhabern: Seit zwölf Jahren analysiert der Journalist, Moderator und Stadionsprecher von Werder Bremen am Sonntagabend in der WDR-Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" vom heimischen Wohnzimmer aus den Bundesliga-Spieltag.

Kuriositäten rund ums runde Leder: In den Live-Shows von Kultmoderator Arnd Zeigler (53) feiern Fußballfans aller Vereine gemeinsam ihre Leidenschaft.
Kuriositäten rund ums runde Leder: In den Live-Shows von Kultmoderator Arnd Zeigler (53) feiern Fußballfans aller Vereine gemeinsam ihre Leidenschaft.

Stets geht es dabei aus Fan-Sicht um die verrückten, romantischen und kuriosen Seiten des Fußballs. Ein Konzept, das auch vor Live-Publikum funktioniert. Mit seinem Tournee-Programm "Dahin, wo es wehtut" tritt Arnd Zeigler Dienstag in Leipzig auf (Blauer Salon), Mittwoch in der Dresdner Schauburg.

TAG24: Wie kam es zur Idee für das Live-Programm?

Arnd Zeigler: Ich habe seit Jahren kleinere Auftritte, etwa bei Betriebsfeiern oder Vereinsjubiläen, gemacht. Ich zeigte lustige Filmchen und erzählte etwas Quatsch dazu. Als dann der Vorschlag von meiner Agentur kam, etwas Abendfüllendes zu machen, fand ich das zunächst schwierig.

Immerhin würden Menschen kommen, die dafür Eintritt zahlen, und davor hatte ich großen Respekt. Vor dem ersten Auftritt dachte ich, nur mit viel Mühe eine halbe Stunde Programm vollzubekommen. Dann wurden drei Stunden daraus, und ich dachte, das mache ich ab jetzt öfter.

Dabei bin ja absolut keine Rampensau. Aber es wurde ein Selbstläufer. Je länger ich dann im Norden und Westen unterwegs war, umso häufiger kamen Nachfragen, warum ich nicht auch in den Osten Deutschlands komme. Und das machen wir jetzt endlich.

TAG24: Was war Dein erstes einschneidendes Fußball-Erlebnis?

Arnd Zeigler: Bei mir waren das zwei. Zum einen das WM-Finale 1974. An dem Tag hatte ich Geburtstag. Ich wurde neun Jahre alt und Deutschland wurde Weltmeister! Das andere war mein erster Stadion-Besuch.

Meine Eltern hatten noch keinen Farbfernseher, was sich heute kaum noch jemand vorstellen kann. Fußball war für mich also immer schwarz-weiß. Und im Stadion war alles plötzlich bunt und toll. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen.

TAG24: Du bist Werder-Bremen-Fan, hat der Verein Dich ausgesucht?

Arnd Zeigler: Ja, eindeutig. Am Anfang, als ich noch keine Ahnung hatte, war ich wie viele andere zunächst Bayern-Fan, dann kam Werder. Der Verein war damals sehr unglamourös, man konnte ihn nicht wirklich sexy finden.

In meinen ersten Fanjahren waren sie permanent pleite und abstiegsbedroht und spielten in einem zugigen, baufälligen Stadion. Wenn man da viele Jahre lang immer wieder mitleidet und auf bessere Zeiten hofft und zwölf Jahre nach einem bitteren Abstieg den Europapokal gewinnt, dann ist das ein unglaubliches Glücksgefühl.

Wahr gewordener Kindheitstraum: Der Werder-Bremen-Fan ist seit 2001 Stadionsprecher im Weserstadion.
Wahr gewordener Kindheitstraum: Der Werder-Bremen-Fan ist seit 2001 Stadionsprecher im Weserstadion.

TAG24: Wie hat sich dieses typische Zeigler-Fantum ergeben, diese Retro-Romantik?

Arnd Zeigler: Das berührt wohl Bereiche der Tiefenpsychologie: Ich fand immer alles faszinierend, was knapp vor meiner Zeit war. Also Dinge, die zu früh stattfanden, um sie selbst bewusst erlebt haben zu können. Wembley 1966 zum Beispiel oder die WM 1970 und das satte Gelb der Trikots der Brasilianer. Und grundsätzlich gilt für alles, was man toll und faszinierend findet: Was man mit 14 Jahren mochte, das mag man sein ganzes Leben lang.

TAG24: Ist das eigentlich ein reines Jungs-Ding?

Arnd Zeigler: Ich fürchte ja (lacht). Frauen haben wohl nicht diese Sammelleidenschaft, sie waren in den 70er-Jahren tatsächlich auch noch nicht in dieser Menge im Stadion.

Heute stelle ich erfreut fest, dass Frauen, die in meine Show kommen oder ihre Freunde begleiten, hinterher sagen: Ich wusste gar nicht so genau, was mich erwartet, aber ich hatte wahnsinnig viel Spaß. Das ist ein schönes Lob.

TAG24: Der aktuelle Fußball sei durchkommerzialisiert und langweilig geworden, heißt es. Stimmt das?

Arnd Zeigler: Ich würde das schweren Herzens so unterschreiben. Es liegt sicher an dieser unfassbaren Finanzschere, dass kaum noch etwas Unberechenbares passiert. Ich fremdele auch mit manchen Auswüchsen. Ich schlucke zwar viele Kröten, aber meine Grundfaszination am Fußball ist trotzdem nicht kaputtzukriegen.

TAG24: Ist das Stöhnen über die Dominanz der Bayern gerechtfertigt?

Arnd Zeigler: Bayernfans und die Fans anderer Vereine funktionieren völlig unterschiedlich. Die Bayern freuen sich nicht unbefangen über einzelne Titel, sondern sind immer latent enttäuscht, dass es nicht mehr Titel geworden sind. Das ist kein Vorwurf.

Ihre Erfolge und ihr Sonderstatus sind ja nicht ergaunert. Die Bayern haben immer das Beste aus allem gemacht. Doch wenn ich Uli Hoeneß auf der Tribüne sehe, denke ich immer, dass er kein glücklicher Mensch ist. Der hakt Siege ab und verwaltet Erfolge.

Und den Bayern ist dieses Gefühl verloren gegangen, was die Fans anderer Vereine vor jedem Spiel umtreibt: Mal sehen, wer gewinnt! Bayernfans sagen nicht: "Hoffentlich gewinnen wir!" Die sagen: "Hoffentlich geht es schnell und bleibt nicht so lange spannend!"

Für das Programm "Dahin, wo es wehtut. Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs - live", Mittwoch ab 19.30 Uhr in der Schauburg, gibt es noch Tickets (27 Euro).
Für das Programm "Dahin, wo es wehtut. Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs - live", Mittwoch ab 19.30 Uhr in der Schauburg, gibt es noch Tickets (27 Euro).

TAG24: Muss man sich Sorgen um die Zukunft dieses Sports machen?

Arnd Zeigler: Das ist die klassische philosophische Frage, ob das Fußballglas halb voll oder halb leer ist. Die Angst vorm Kommerz gab es ja schon in den 60ern, jetzt hat sich das nur vervielfacht. 1963 hat der "Kicker" auch schon gefragt, ob Fußballer zu viel Geld verdienen.

Damals gab es schon eine Schere, jetzt gibt es eine größere Schere. Das kann man schlimm finden, oder sagen, war ja schon früher so. Die Entwicklung ist sicher noch nicht am Ende. Aber so schlimm, dass ich mich vom Fußball abwende, ist es nicht. Dafür ist Fußball zu toll.

TAG24: Fehlen Ihnen Ost-Clubs im Oberhaus?

Arnd Zeigler: Nach der Wende wurden viele Vereine regelrecht geplündert, weil die falschen Leute am Ruder waren. Ich hoffe sehr, dass Traditionsvereine aus dem Osten - Hansa Rostock, Dynamo Dresden, Union Berlin und viele andere - eine Renaissance erleben. Dafür muss aber über lange Zeit viel richtig gemacht werden. Den Standorten würde es guttun.

TAG24: Was ist von RB Leipzig zu halten? Zu Recht ein Hass-Objekt?

Arnd Zeigler: Ganz schwierige Grundsatzfrage. Aus der Ferne ist das erst mal verdächtig: Wie sich Leipzig und Salzburg die Spieler hin- und herschieben oder dass man nicht wie in anderen Vereinen Identifikation leben kann, indem man Mitglied wird - das alles widerstrebt eigentlich jedem Fan, es gut zu finden.

Wenn ich aber mit meinem Freund Sebastian Krumbiegel über seinen Verein RB Leipzig rede, erlebe ich, wie gut das den Fans in Sachsen tut. Das Stadion ist voll, die Stimmung super. Da darf man nicht nur mit dem Finger drauf zeigen.

Es wäre anmaßend, aus der Ferne zu sagen: So dürft Ihr aber nicht Fußball gucken! Deshalb: Wachsam sein, welche Phänomene Einzug in den Fußball finden. Es ist okay, solche Facetten unangenehm zu finden. Aber man muss respektieren, dass andere Leute vielleicht auch auf andere Weise Fußballfans sind.

TAG24: Wie siehst Du Dynamo Dresden?

Arnd Zeigler: Dynamo ist ein Verein, den jedes West-Kind kennt, das noch die DDR kannte. Es gab tolle Europapokalspiele gegen die Bayern, und wir in Bremen hatten vor vielen Jahren Vereinslegende Dixie Dörner als Trainer.

Es ist ein klassischer Traditionsverein, der wie andere das Pech hatte, in den 90er-Jahren an die falschen Leute geraten zu sein. Dresden ist eine Fußballstadt.

Ich wünsche mir für Dynamo eine Perspektive in der Bundesliga. Und eine positive Fankultur, mit der man sich identifizieren kann.

Fotos: Max Hartmann, imago images/Noah Wedel

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