Meistgesuchter Terrorist der Welt versteckte sich direkt neben US-Militär-Basis

Kabul – Mullah Omar war einer der meistgesuchten Männer der Welt. Auf seinen Kopf hatten die USA 10 Millionen Euro Belohnung ausgesetzt, dabei lebte der Feind offenbar genau vor den Augen der Amerikaner.

Hier soll sich Mullah Omar jahrelang versteckt haben, die Hütte liegt nur wenige Klimoter entfernt von einem US-Stützpunkt.
Hier soll sich Mullah Omar jahrelang versteckt haben, die Hütte liegt nur wenige Klimoter entfernt von einem US-Stützpunkt.  © Twitter/Zabihulla

Laut eines Buches, für das die niederländische Journalistin Bette Dam jahrelang recherchiert hatte, verbrachte der Gründer und langjährige Führer der Taliban seine letzten Lebensjahre in Südafghanistan und nicht in Pakistan.

Sein Versteck soll sich in unmittelbarer Nähe einer US-Militärbasis in Afghanistan befunden haben.

Kurz nachdem er sich 2006 in sein Versteck begeben hatte, sei in der Nähe der US-Stützpunkt gebaut worden. Auf dem Stützpunkt Wolverine waren tausend Soldaten stationiert, meist auch Special-Forces aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Obwohl er große Angst hatte, entdeckt zu werden, entschied er sich dagegen, umzuziehen. Er verließ nur selten das Haus und versteckte sich in Tunneln vor Flugzeugen.

Ein Taliban-Sprecher bestätigte über Twitter, dass Mullah Omar Afghanistan nie verlassen habe und veröffentlichte am Montagabend (Ortszeit) Bilder, die sein ehemaliges Versteck zeigen sollen. Vertreter der afghanischen Regierung wiesen die Behauptung zurück.

Mullah Omar als junger Mann (1978) und am Ende seines Lebens (li.). Er hatte im Kampf gegen die Sowjet-Truppen ein Auge verloren.
Mullah Omar als junger Mann (1978) und am Ende seines Lebens (li.). Er hatte im Kampf gegen die Sowjet-Truppen ein Auge verloren.  © DPA

Laut der am Sonntag veröffentlichten Studie des New Yorker Zomia Centers, die sich auf Interviews mit bisher nicht zugänglichen Quellen stützt, soll Mullah Omar bis zu seinem Tod 2013 jahrelang nahe einer US-Basis in einem abgelegenen Bezirk in der Provinz Sabul gelebt haben. Die Recherche-Ergebnisse widersprechen der lange vertretenen Theorie von US-Behörden über den Verbleib des Taliban-Führers.

Die US-Geheimdienste waren davon ausgegangen, dass Mullah Omar nach Pakistan geflohen war, nachdem die Taliban nach den Al-Kaida-Angriffen von 2001 in New York und Washington von den USA und Verbündeten militärisch von der Macht in Kabul vertrieben worden waren. Die Taliban hat den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden beherbergt. Sie hatten von 1996 bis 2001 Afghanistan beherrscht.

Der afghanische Geheimdienst hatte 2015 erklärt, Mullah Omar sei in einem Krankenhaus im südpakistanischen Karachi gestorben. Präsidentensprecher Harun Chachansuri schrieb auf Twitter, das Studienergebnis sei eine "wahnhafte Behauptung". Die afghanische Regierung habe ausreichend Beweise, die belegten, dass Omar in Pakistan gelebt habe und dort auch gestorben sei.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid schrieb auf Twitter, Mullah Omar habe nie einen Fuß nach Pakistan gesetzt. Eines der veröffentlichten Bilder zeigt den Eingang zu einem typischen afghanischen Lehmhaus. Laut Mudschahid soll Mullah Omar in dem kleinen Garten mit Rosen Sonnenbäder genommen haben. Weitere Details wolle man in Kürze in einem Buch veröffentlichen.

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