Verkohlte Leiche unter Brücke gefunden

Alltag im U-Bahnhof: Der verschrobene Harbinger (Christoph Bach) lässt auch Blumenverkäuferin Romy (Luise Aschenbrenner) nicht an sich heran.
Alltag im U-Bahnhof: Der verschrobene Harbinger (Christoph Bach) lässt auch Blumenverkäuferin Romy (Luise Aschenbrenner) nicht an sich heran.  © rbb/Gordon Muehle

Berlin - Unter einer Bahnbrücke in Friedrichshain wird in einem ausgebrannten Transporter eine verkohlte Leiche gefunden.

Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) ermitteln, dass es drei ältere, ungeklärte Fälle mit ähnlichem Tathergang gab. Ein Serienmord?

Als sich herausstellt, dass alle Toten Halbgeschwister waren, gezeugt durch In-Vitro-Fertilisation, führt die Spur in eine Kinderwunsch-Klinik in Berlin-Wannsee. Die lesbischen Klinik-Gründerinnen hatten deren Leitung an ihren Sohn übergeben, in den 80er-Jahren eines der ersten Retortenbabys Deutschlands.

Auf ihn hatte einst der Eigenbrötler Werner Lothar einen Anschlag verübt. Der betreibt einen Schlüsseldienst im U-Bahnhof Alexanderplatz, nennt sich Harbinger und leidet an einer schizophrenen Psychose.

Karow versucht, sein Vertrauen zu gewinnen - und gerät in Lebensgefahr...

Lohnt sich das Einschalten?

Wege in den Untergrund: Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) ermitteln in den Eingeweiden der Großstadt Berlin.
Wege in den Untergrund: Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) ermitteln in den Eingeweiden der Großstadt Berlin.  © rbb/Gordon Muehle

Ja - obwohl die Handlung des "Tatort: Dein Name sei Harbinger" weit hergeholt ist und das Mordmotiv zu den beknacktesten seit Langem zählt.

Aber der ziemlich düstere Krimi punktet mit seiner extrem nervösen Großstadt-Atmosphäre - und passt daher ideal zu seinem Schauplatz.

Es ist vor allem Christoph Bach, der seinen an Verfolgungswahn leidenden Psychopathen Harbinger zu einer ebenso abstoßenden wie faszinierenden Figur gestaltet. Sein lauerndes Herumirren macht den anonymen Berliner U-Bahn-Alltag fast körperlich spürbar; das ist rasant und streckenweise furios choreografiert.

Angenehm auch, dass das Privatleben der Ermittler, das bislang arg viel Raum einnahm, in den Hintergrund rückt.

Das erlaubt vor allem Borderline-Cop Karow, in den Untergrund der Stadt mit all ihren Schlupflöchern und Wahn-Welten einzutauchen. Insgesamt stark.


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